Der Osteuropaexperte Rainer Lindner Mitte vorigen Jahres bei einem Besuch in der Ukraine Foto: AHK

Neuzugang bei Mahle: Rainer Lindner verantwortet jetzt die Konzernstrategie. Einen Namen hat sich der Manager insbesondere auf einem anderen Feld gemacht. 

Mahle hat einen neuen Chefstrategen: Rainer Lindner ist seit Anfang Mai Leiter Konzernstrategie und verantwortet in dieser, wie es heißt, neu definierten Rolle die Bereiche Business Development, Innovation und Mahle New Ventures mit etwa 50 Beschäftigten. Er berichtet direkt an Vorstandschef Arnd Franz, der Lindner „einen erfahrenen Manager mit ausgeprägtem Netzwerk in Politik und Wissenschaft“ nennt. „Wir freuen uns auf seine Impulse in der Umsetzung der Strategie Mahle 2030+ und die Unterstützung bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder für den Konzern.“

 

Osteuropa-Chef beim Automobilzulieferer Schaeffler

Lindner war vormals Vorstandsvorsitzender der Heine + Beisswenger Gruppe mit Sitz in Fellbach. Einen Namen hat er sich eher auf einem anderen Feld gemacht: Der wissenschaftliche Ostexperte führte bis 2016 die Geschäfte des renommierten Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft. Später war er Osteuropa- und Afrika-Chef des fränkischen Automobilzulieferers Schaeffler.

Seit 2013 ist er im Ehrenamt Vorsitzender des Deutsch-Ukrainischen Forums, eines Bündnisses von Wirtschaftsleuten und anderen gesellschaftlichen Akteuren – in dieser Rolle wirbt er aktiv für mehr Engagement der baden-württembergischen Wirtschaft in dem kriegsgebeutelten Land. Diese Kenntnisse dürften auch in der neuen Rolle von Belang sein. „In einer Welt, die von neuen globalen Risiken und rasantem technologischen Wandel geprägt ist, blicke ich auch auf Chancen, die neue Märkte für profitables Wachstum für unser Unternehmen bieten“, so Lindner im Onlinenetzwerk Linkedin.

1000 Stellen werden im Konzern gestrichen

Mahle hat 2025 zwar schwarze Zahlen geschrieben, erlebt aber weiter unruhige Zeiten. Derzeit läuft in Stuttgart ein Abbauprogramm für die Verwaltung und Entwicklung; darüber hinaus wird über einen Ergänzungstarifvertrag verhandelt. Global werden in diesem Jahr weitere 1000 Stellen gestrichen – ein Teil davon am Sitz des Konzerns. Bis Ende Mai, so Franz, sollen alle Schritte „erfolgreich zum Abschluss gebracht werden“.