Vom Zigarettenautomat in der Hofener Straße blieb nur ein Blechknäuel übrig. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttgart

Spezialisierte Automatenknacker machen sich mit einer rigorosen Methode über Zigarettenautomaten her: Die Geräte werden offenbar mit einem explosiven Gasgemisch in die Luft gesprengt. Auf diese Weise wurden auch schon Bankomaten und Ticketautomaten geplündert.

Stuttgart - Die Automaten-Bomber scheinen keine Raucher zu sein. Zumindest hat sich ihr Interesse an den Zigarettenpackungen in Grenzen gehalten, als sie in der Nacht zum Mittwoch an einem Vereinsheim in Bad Cannstatt einen Zigarettenautomaten in die Luft sprengten. Die Täter interessierten sich wohl einzig für das Geld im Gerät – und haben nach Erkenntnissen der Polizei mehreren Hundert Euro erbeutet.

Von dem Automaten an der Hauswand der Sportvereinigung Cannstatt an der Hofener Straße ist nur ein Blechknäuel übrig geblieben. Am Mittwoch packten Polizeibeamte die traurigen Reste zur Spurenauswertung ein. Offenbar hatten die Täter ein explosives Gasgemisch i n das Gerät gepumpt und dann entzündet – der Metallkasten wurde förmlich zerrissen. Die Täter sind in dem Areal zwischen Neckar und Gewerbegebiet ungestört geblieben – jedenfalls kann die Tatzeit nicht näher eingegrenzt werden. Irgendwann zwischen Dienstag, 23.45 Uhr, und Mittwoch, 8.45 Uhr, muss es einen ohrenbetäubenden Knall gegeben haben. Die Polizei hofft noch auf Zeugenhinweise, die unter der Rufnummer 07 11 / 89 90 - 36 00 entgegengenommen werden.

Die Täter waren lediglich auf das Bargeld aus. „Es hätte genügend Zigarettenpackungen gegeben, die man ohne Probleme hätte einpacken können“, sagt Polizeisprecher Martin Schautz. Denn längst nicht alle waren von der Druckwelle zerstört worden.

Auch bei Geld- und Ticketautomaten knallt’s

Ganz offensichtlich machen sich spezialisierte Tätergruppen speziell auf die Suche nach Bargeld in Automaten – und das bundesweit. Die Methode mit dem explosiven Gasgemisch hat es in der Vergangenheit bei Bankomaten gegeben. Im vergangenen Jahr hatte ein Einzeltäter auch Fahrkartenautomaten ins Visier genommen – der 35-Jährige wurde schließlich in Frankfurt am Main festgenommen. Der Mann war bereits einschlägig vorbestraft und hatte einen Millionenschaden angerichtet.

In jüngster Zeit trifft es auch Zigarettenautomaten. In der Nacht zum 30. September wurde ein Gerät in Göppingen in die Luft gesprengt. Am Wochenende davor hatte es ebenfalls in Göppingen bei einem Autohof geknallt. Dabei flogen Teile gut zehn Meter durch die Luft. Etwas weiter östlich, in Heidenheim, knallte es in der Nacht zum 1. Oktober. Die Täter ließen das Bargeld und die Zigaretten mitgehen. Nun hat die rigorose Vorgehensweise auch Stuttgart wieder erreicht. Dabei ist der letzte Fall vom 1. Januar ungeklärt geblieben. In der Neujahrsnacht hatten Unbekannte einen Automaten im Gewerbegebiet Fasanenhof gesprengt. Die Teile waren über mehrere Meter verteilt, von den Tätern fehlte jede Spur.

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