Am Uni-Campus Vaihingen sollen künftig gar keine Autos mehr fahren. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Pläne für zwei autofreie Quartiere im Stuttgarter Stadtbezirk Vaihingen sind noch lange nicht perfekt. Aber endlich ist ein Anfang gemacht für eine neue Mobilität in der Staustadt Stuttgart, meint Lokalchef Holger Gayer.

Stuttgart - Wie oft hat man seit der Volksabstimmung zu Stuttgart 21 anno 2011 darüber geklagt, dass in Stuttgart Stillstand herrsche, keine Ideen da seien, nicht einmal ein Funken von Zukunftsplan. Und diese Kritik ist ja auch gerechtfertigt: Es herrschte (zu) lange Ruh’ in den Ideenschmieden. Doch nach den Kon­troversen um den Tiefbahnhof hatten viele Bürger einfach die Nase voll von visionären Großprojekten. Fritz Kuhn hat 2012 übrigens genau so die Wahl gewonnen: indem er gesagt hat, dass es zunächst keine weiteren Denkmäler brauche, sondern Entwicklung, die nicht nur in Steinen zu messen ist.

Miteinander von Stadt und Investor

Was nun in Vaihingen geschieht, zahlt exakt auf diese Maxime ein. Unabhängig voneinander planen ein Investor und der Rektor der Uni Stuttgart autofreie Quartiere am Rande der Autostadt Stuttgart. Da ist zwar noch längst nicht alles Gold, was glänzt, und streng genommen kommen all diese Anstrengungen auch viel zu spät, um noch als brandneue Erfindungen durchzugehen. Aber ein Anfang ist gemacht. Endlich gibt es zwei Projekte, in denen auch in Stuttgart konkret an der Stadt der Zukunft gebaut wird – im Fall des Eiermann-Areals sogar in einem Miteinander von Investor und Stadt, wie man es schon lange nicht mehr gehört hat.

Allerdings sollten die Visionäre auch die Mahner und Anwohner ernst nehmen: Mindestens so wichtig wie das CO2-freie Quartier an sich ist eine zukunftsfähige Anbindung desselben an den ÖPNV.

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