Assistenzsysteme können viele Erleichterungen bringen. Foto: dpa/Carsten Koall

Es ist unrealistisch, dass bald autonom fahrende Autos durch unsere Städte fahren werden, kommentiert Erik Raidt – und sagt, was die Technik stattdessen verspricht.

Fahrgäste im voll autonomen Fahrzeug der Zukunft lesen während der Fahrt Zeitung oder planen auf dem Tablet einen Geschäftstermin: Solche Visualisierungen von Autofahrten, bei denen kein Mensch mehr am Steuer sitzt, sondern ein Computer lenkt, hat es in den vergangenen Jahren oft gegeben. Das Problem an der Sache ist nur: dieser Traum wird sich auf absehbare Zeit nicht erfüllen.

 

Es spricht momentan wenig dafür, dass vollautonome Fahrzeuge in Europa im nächsten Jahrzehnt durch Städte fahren werden. Es gibt entscheidende Hürden, um die höchste Stufe beim autonomen Fahren – das Level 5 – auch mittelfristig erreichen zu können.

Es fehlt am dafür zwingend notwendigen flächendeckenden Mobilfunknetz, das lückenlose Höchstgeschwindigkeiten bei der Übertragung gewährleistet. Die Sicherheit der Daten vor äußeren Angriffen ist nicht ausreichend gewährleistet. Die Fahrzeugtechnik ist bei extremen Wetterereignissen überfordert, weil diese die Computer bei der Analyse von Umgebungssituationen entscheidend stören können.

Dessen ungeachtet ist es strategisch absolut sinnvoll, wenn Tech-Konzerne und Autobauer auch aus Baden-Württemberg weiter stark in die Forschung und Anwendung von Technologien beim autonomen Fahren investieren. Daimler Truck sieht beispielsweise große Marktchancen für autonome Lastwagen auf amerikanischen Highways.

Zudem profitieren Mercedes, Porsche & Co. bei der Weiterentwicklung ihrer Fahrassistenzsysteme enorm von der in die fernere Zukunft reichenden Forschung beim autonomen Fahren. In einer älter werdenden Gesellschaft wird der Bedarf an Fahrkomfort und Sicherheitsgefühl zunehmen. Abstandswarnsysteme, Spurhalte-Assistenten und viele andere Helfer bei der täglichen Autofahrt sorgen dafür, dass Kundinnen und Kunden von morgen im Alter länger sicher Auto fahren können.