Die Zentrale von General Motors in Detroit. Foto: Uli Deck/dpa

Der rund sechswöchige Streik der US-Gewerkschaft UAW, bei dem große Einkommenserhöhungen erreicht wurden, kostet das Unternehmen jede Menge Geld. Für 2024 sind Sparmaßnahmen vorgesehen.

Detroit - Der US-Autoriese General Motors (GM) will die höheren Kosten durch eine Einkommenserhöhung von 25 Prozent im kommenden Jahr komplett durch Sparmaßnahmen ausgleichen. Dabei will der Konzern auch erheblich weniger Geld für seine Robotaxi-Tochter Cruise ausgeben als 2023. Die selbstfahrenden Autos von Cruise stehen nach einem Unfall in San Francisco weitgehend still und die Expansionspläne für das Geschäft werden gebremst.

Die höheren Tarifverträge werden über die Laufzeit bis 2028 insgesamt höhere Kosten von 9,3 Milliarden Dollar bringen und die Produktion eines Fahrzeugs im Schnitt um rund 575 Dollar verteuern, teilte GM mit. Für das kommende Jahr rechnet der Konzern mit Mehrkosten von 1,5 Milliarden Dollar.

Niedrigere Prognose

Der rund sechswöchige Streik der US-Gewerkschaft UAW, bei dem die signifikanten Einkommenserhöhungen erreicht wurden, kostete GM einiges an Geld. Die neue Prognose für das laufende Jahr ist deutlich niedriger, auch wenn sie weiter einen hohen Milliardengewinn vorsieht. GM rechnet nun mit einem Gewinn zwischen 9,1 und 9,7 Milliarden Dollar (8,3 bis 8,8 Mrd Euro), während der Ausblick vor dem Streik bei 9,3 bis 10,7 Milliarden Dollar lag.

Für Anleger kündigte GM einen zehn Milliarden Dollar schweren Aktienrückkauf sowie eine Dividenden-Erhöhung um rund ein Drittel an. Die in diesem Jahr schwächelnde Aktie legte im vorbörslichen Handel zeitweise um rund neun Prozent zu.

Milliardenverluste bei Elektroautos

GM-Chefin Mary Barra zeigte sich "enttäuscht" über die Produktionsprobleme bei Batterien für die neue Elektroauto-Reihe des Konzerns. Sie stellte für kommendes Jahr eine höhere Produktion und bessere Profitabilität bei Elektrofahrzeugen in Aussicht. Aktuell verdient General Motors sehr gut bei Fahrzeugen mit Verbrenner- und Hybrid-Antrieben, während die Elektroautos Milliarden-Verluste einbringen. Barra betonte aber, dass sie mit höheren Zuwachsraten im Elektro-Geschäft reche und man das Unternehmen jahrelang auf eine komplett elektrifizierte Zukunft vorbereitet habe.

Cruise galt neben der Google-Schwesterfirma Waymo als besonders weit beim autonomen Fahren. Der Unfall in San Francisco, bei dem eine unter einem Robotaxi gefangene Frau mehrere Meter mitgeschleppt wurde, stürzte die Firma jedoch in eine Krise. Gründer und Chef Kyle Vogt trat zurück, es laufen Untersuchungen zum Unfall und der Kommunikation von Cruise dazu. GM ließ sich Cruise bisher Milliarden kosten und plante bisher eine zügige Expansion in mehr US-Städten sowie in Tokio 2026.