Dashcams (Symbolfoto) kommen bei der Polizei in Baden-Württemberg bislang nur in zwei Polizeipräsidien zum Einsatz – bald dann überall Foto: dpa

Im Stau müssen Autofahrer eine Rettungsgasse bilden. Um Verstöße dagegen zu dokumentieren, setzt die Autobahnpolizei bei Ludwigsburg und Freiburg sogenannte Dashcams ein. Weil sie sich bewährt haben, sollen die kleinen Geräte bald im ganzen Land im Einsatz sein.

Stuttgart - Die Polizei soll landesweit Auto-Kameras erhalten. „Ab Oktober beginnen wir, alle Fahrzeuge der Verkehrspolizei mit Dashcams auszustatten“, sagte Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) unserer Zeitung. Die kleinen Videokameras hinter der Windschutzscheibe sollen insbesondere zum Einsatz kommen, um jene Autofahrer beweiskräftig zu überführen, die keine Rettungsgasse bilden und so Polizei, Feuerwehr oder Bergungsfahrzeuge auf dem Weg zu einem Unfall behindern.

Bei einem Pilotversuch in den Polizeipräsidien Ludwigsburg und Freiburg haben sich die Geräte laut Ministerium bewährt. Im Zuge der flächendeckenden Einführung werde man auch prüfen, ob sie zur Verfolgung von Gaffern geeignet seien, so Strobl.

Gaffer, die Rettungsarbeiten erschweren oder auf der Jagd nach dramatischen Fotos sind, werden immer mehr zu einem ärgerlichen Phänomen. Das unbefugte Herstellen oder Verbreiten von Fotos oder Videos, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, steht mittlerweile unter Strafe. Es drohen bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe. Das Land Baden-Württemberg drängt auch darauf, dass nicht nur – wie bisher – Aufnahmen von Verletzten, sondern auch von Toten strafbar werden.

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