Im Dezember 2018 ist das Hotel Silber als Lern- und Gedenkort in der ehemaligen Gestapo-Zentrale in der Dorotheenstraße 10 eröffnet worden. Foto: Lichtgut

Die Ehrenplakette wird nur an wenige verliehen. Harald Stingele und Elke Banabak bekommen sie. Ohne die beiden Stuttgarter wäre der Erinnerungsort Hotel Silber nicht denkbar.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt zeichnet Harald Stingele und Elke Banabak mit der Ehrenplakette für ihren Einsatz um die Erinnerungskultur aus. Der Gemeinderat hat die Würdigung am Donnerstag beschlossen. Der Kreis der Plakettenträger ist klein. Zwei bis vier Stuttgarter erhalten sie pro Jahr, mehr als 50 lebende Personen sollen das springende Ross aus Silber nicht am Revers tragen.

Harald Stingele ist Sprecher der Initiative Stolpersteine und hat ein Buch über die Stuttgarter Stolpersteine herausgegeben. Jener Steine, die an das Schicksal in der NS-Zeit verfolgter oder ermordeter Menschen erinnern. Beim Jugendamt trug er mit zum Denkmal der „Mulfinger Kinder“ bei. Jener Kinder, die bis 1944 im katholischen Kinderheim St. Josefspflege in Mulfingen lebten und dann fast alle nach Auschwitz deportiert wurden. Von 2008 bis 2011 war er Vorstand im Aktionsbündnis gegen den geplanten Abriss des Hotels Silber, seit 2012 ist er Vorstand im daraus gegründeten Verein.

Schülerfahrten nach Mauthausen

Elke Banabak ist seit 2008 für den Erhalt und die Ausgestaltung des Hotels Silber engagiert. Sie war stellvertretende Vorsitzende der Initiative und ist Mitglied des Programmbeirats für gemeinsame Veranstaltungen des Hauses der Geschichte sowie des Vereins. Seit zwei Jahren vertritt Banabak die Initiative im Organisationsteam für die deutsch-italienischen Jugendcamps im August in Sant´Anna di Stazzema. Banabak gehört auch dem Mauthausen-Komitee an, das Fahrten für Schüler zu den Befreiungsfeldern im ehemaligen KZ Mauthausen organisiert. Die Ehrenplaketten werden bei einem Bürgerempfang verliehen.

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