Fernseh-Kommissarin Astrid M. Fünderich und Polizeipräsident Franz Lutz in den Soko-Studios im Römerkastell Foto: Steegmüller

In über 250 Folgen hat sie mit ihrem Team der „Soko Stuttgart“ Kriminellen das Handwerk gelegt. Jetzt hat Polizeipräsident Franz Lutz die Hauptdarstellerin Astrid M. Fünderich zur Ehrenkommissarin gemacht.

Stuttgart - Auf eines ist in der Landeshauptstadt Verlass: Die Ermittler der ZDF-Krimireihe „Soko Stuttgart“ lösen jeden Fall. Die Aufklärungsquote liegt bei 100 Prozent. Ein Wert, den Polizeipräsident Franz Lutz auch gern vorweisen würde. „Bei Tötungsdelikten sind wir aber nah dran“, sagte er.

Nicht mithalten können die echten Beamten indes mit dem Tempo, das Astrid M. Fünderich in ihrer Hauptrolle als Erste Kriminalhauptkommissarin Martina Seiffert an den Tag legt. In 43 Sendeminuten ist der Täter geschnappt. Garantiert. Auch der Handlungsstrang dauere meist nur zwei bis drei Tage an. „Ich bin mir durchaus bewusst, dass unsere Serie nicht viel mit der Realität gemeinsam hat“, sagt die 56-Jährige. „Trotz Außendreharbeiten bei schlechtem Wetter und Wochenenddiensten. Meine Waffe trage ich beispielsweise nur, wenn dies für die Handlung erforderlich ist. Ansonsten beult sich das Jackett zu sehr aus.“ Auch die mühsame Aufklärungsarbeit entfalle. „Dennoch geben wir uns Mühe, die Polizeiarbeit richtig darzustellen.“

Echte Polizisten helfen beim Training

Da bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, holen sich die Schauspieler regelmäßig Tipps von den Profis. Fünderich und ihre Kollegen haben sich unter anderem von Polizisten zeigen lassen, wie man eine Person zu Boden bringt und ihr Handschellen anlegt. Aber auch, wie man eine Waffe richtig hält. Selbst Vernehmungssituationen wurden gemeinsam mit Beamten des Polizeipräsidiums Stuttgart nachgestellt. Die Soko-Hauptdarstellerin geht jedoch noch einen Schritt weiter. Da Krimiserien sie schon ganz lange begleiteten, spreche sie viel mit einem befreundeten Hauptkommissar, der sich im Ruhestand befindet, über Fachfragen. Darüber hinaus nehme sie regelmäßig am Schießtraining teil: „Ich gehe zwar gerne aufs Volksfest, um Rosen zu schießen und bin da auch ganz gut drin. Aber mit einer scharfen Waffe ist das noch einmal komplett was anderes. Das Wissen, dass ich damit jemanden töten könnte, macht mich ehrfürchtig. Davor habe ich Respekt.“

Eine Botschafterin für die Stuttgarter Polizei

Das Engagement, das Astrid M. Fünderich in ihre Arbeit steckt, ist auch Polizeipräsident Franz Lutz nicht entgangen. Hätte sie eine normale Polizeiausbildung durchlaufen, würde er sie wohl mit Handkuss im Präsidium am Pragsattel begrüßen. Nicht nur, weil sich unter seinen 31 Ersten Hauptkommissaren derzeit keine Frau befindet. Fünderich spiele diese Rolle „authentisch, sympathisch und kollegial. Die Polizei besteht nicht aus Superstars, sondern aus ehrlichen Schaffern, aber auch aus Menschen, die Mitarbeiter binden können.“ Sie stelle die geachtete Führungskraft perfekt dar, so Lutz.

Seit elf Jahren und mehr als 250 Folgen spielt Fünderich die bodenständige und kluge Kommissarin. Sie sei somit zu einer „Botschafterin für das Polizeipräsidium Stuttgart geworden“, sagte Lutz, der ihr deshalb diese Woche in den Studios der ZDF-Krimireihe im Römerkastell einen Besuch abstattete. Nach einer kurzen Führung durch die Räumlichkeiten ernannte er sie zur Ehrenkommissarin der Stuttgarter Polizei. Während in Bayern diese Auszeichnung quasi inflationär verliehen werde, „ist sie in Baden-Württemberg die große Ausnahme“, so Lutz. Bislang hat sie nur Dietz-Werner Steck alias Tatort-Hauptkommissar Ernst Bienzle im Jahr 2007 erhalten.

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