Personalwirtschaft Digitalisierung verändert Personalstrategie

Von Meike Nicolaus – Lesedauer: 3 Minuten  

Professor Thomas Edig, Personalvorstand der Volkswagen Nutzfahrzeuge Foto: Volkswagen Nutzfahrzeuge
Professor Thomas Edig, Personalvorstand der Volkswagen Nutzfahrzeuge Foto: Volkswagen Nutzfahrzeuge

Die Digitalisierung verändert immer stärker auch die Kundenwünsche: Zusätzlich zum Fahrzeug erwarten sie „intelligente mobile Lösungen“ für den Alltag. Dieses Umdenken hat auch für die Arbeitswelt in der Automobilindustrie grundlegende Veränderungen in der Personalstrategie zur Folge.

Professor Thomas Edig, Personalvorstand Volkswagen Nutzfahrzeuge, sprach jetzt vor Master-Studierenden des Center for Advanced Studies der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn über die Arbeitswelt 4.0 und deren Auswirkungen auf die Personalentwicklung von Unternehmen.

Einen wesentlichen Faktor zur Umsetzung einer zukunftsfähigen Personalstrategie sieht der Manager in „einer zukunftsfähigen Unternehmens- und Führungskultur“.

Die Herausforderung hierbei liege im Kulturwandel, um Mitarbeiter zu finden, zu entwickeln und an das Unternehmen zu binden. Edig: „Führungskräfte nehmen bewusst eine Vorbildrolle ein – in allem, was sie tun und lassen.“ Führungskultur müsse es schaffen, eine Balance zwischen altherkömmlichen Führungselementen und den Vorteilen „transformationaler“ Führung herzustellen.

„Erfolgreiche transformationale Führung vermittelt den Mitarbeitern eine übergeordnete Idee – Purpose! –, die sie begeistern soll und ihren Motiven und Bedürfnissen entspricht“, sagte der Personalvorstand. „Die Mitarbeiter sollen sie als eigene Idee begreifen, denn dadurch entwickelt sich eine Eigendynamik und Nachhaltigkeit.“

Wie, wo und womit findet Arbeit statt

Was die Arbeitswelt 4.0 in jedem Fall von einer zukunftsfähigen Personalstrategie fordere, seien „Digitalisierung und innovative Arbeitswelten“. Wie, wo und womit in Zukunft gearbeitet wird, lernen die Mitarbeiter von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) auch auf dem neuen „Campus Digitalisierung“, den der Nutzfahrzeughersteller Ende vergangenen Jahres in Hannover eröffnet hat. Dort können im ersten Schritt pro Jahr rund 120 Auszubildende und dual Studierende von VWN durch neue Lernformen innovative Technologien für sich entdecken und anwenden. Das selbstbestimmte, interaktive und zielorientierte Lernen steht dabei im Vordergrund.

Bei dem Vortrag des Automobil-Managers erfuhren die Studierenden auch, welche weiteren Themen in einer zukunftsfähigen Personalstrategie zentrale Rollen einnehmen. Der Personalvorstand zeigte auf, dass „Frauenförderung mehr als nur eine Frauenquote“ bedeute und „dass nur der, der sich selbst gesund führt, andere gesund führen kann.“

Die Studierenden, die derzeit am Center for Advanced Studies der Dualen Hochschule Baden-Württemberg ihren berufsintegrierenden Master machen, nutzten im Anschluss an den Vortrag die Möglichkeit, an den Personalvorstand von Volkswagen Nutzfahrzeuge Fragen zu stellen.


Autor

 Meike Nicolaus

 Akademische Mitarbeiterin Master in Business Management

 DHBW CAS