Laut dem Verkehrsdatenanalyst Inrix haben Autofahrer in Stuttgart im Jahr 2023 wieder mehr Zeit in Staus verloren als im Jahr zuvor. Auch die bundesweit stauträchtigste Strecke verortet die Auswertung in der Region Stuttgart. Sie hat allerdings inhaltliche Unschärfen.
Stuttgart hat es wieder weiter nach oben geschafft: allerdings gilt das aktuell für eine Rangfolge, in der die führenden Plätze gar nicht so erstrebenswert sind. Laut einer Auswertung des Verkehrsdatenanalysten Inrix verloren Autofahrer in Stuttgart im Jahr 2023 im Schnitt 53 Stunden im Stau – verglichen mit der theoretischen Reisezeit, die möglich wäre, wenn es keinen vorübergehenden Stillstand gegeben hätte. Das sichert der Landeshauptstadt den zweiten Platz im Stauranking. Nur in Berlin geht es noch zäher voran.
Neuerlich Stauhauptstadt?
Im Jahr 2022 war Stuttgart noch auf dem dritten Platz. Der Trend scheint also wieder Richtung Stauhauptstadt zu gehen – eine fragwürdige Auszeichnung, die Stuttgart mehrere Jahre in Folge umgehängt worden war. In den zurückliegenden Jahren aber tummelte sich die Stadt in den einschlägigen Erhebungen nicht mehr ganz vorne.
Den errechneten 53 Stunden Zeitverlust aus dem Jahr Jahr 2023 stehen 45 Stunden im Jahr 2022 gegenüber. Noch deutlicher fiel allerdings die Verschlechterung der Verkehrssituation in München aus. In der bayerischen Landeshauptstadt erhöhte sich der Zeitverlust binnen Jahresfrist von 39 Stunden im Jahr 2022 auf nun 52 Stunden für das Jahr 2023. Im Ranking kletterte damit München vom Rang 7 auf den Platz 3.
Hohes Tempo in Stuttgart verzeichnet
Bemerkenswert an der Auswertung ist ein Blick auf die in den Innenstädten gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit. Mit einem Wert von 28 Kilometern in der Stunde gehört da Stuttgart zu den Top-Städten. Nur in Bonn (29 km/h) wird noch schneller gefahren. Zum Vergleich: In München liegt das Durchschnittstempo bei gerade mal 18 Kilometer in der Stunde.
Ehningen nach Stuttgart verlegt
Etwas unscharf ist die Auswertung bei der Frage nach dem stauträchtigsten Abschnitt im deutschen Straßennetz. Den verlegt Inrix etwas kurios nach „Stuttgart-Ehningen“. Auf Nachfrage bestätigt das Unternehmen, das damit die Gemeinde Ehningen im Landkreis Böblingen gemeint ist. Von dort bis zum Kreuz Stuttgart hätten Pendler auf der A 81 pro Tag im Schnitt 9 Minuten verloren – wieder verglichen mit einer unterstellten staufreien Fahrt. Eine Erkenntnis, die angesichts der großen Baustelle zum Ausbau der A 81 nicht gar so überraschend daherkommt.