Auf der Gegengerade werden etliche VfB-Fans das Spiel am 16. März verfolgen. Am linken Bildrand: der Gästeblock der Sinsheimer Arena. Foto: imago/foto2press

Zur Partie in Sinsheim Mitte März werden Scharen von VfB-Anhängern erwartet – auch außerhalb des Gästebereichs. In welchen Blöcken ist Stuttgarter Fankleidung untersagt? Und welche Vorkehrungen trifft die TSG auf den Tribünen? Ein Überblick.

Der Anhang des VfB Stuttgart gilt als besonders reisefreudig. Der Gästebereich bei Auswärtsspielen ist in aller Regel bis auf den letzten Platz gefüllt – ob nah oder fern, ob kleines Stadion oder große Arena. Das wird auch am 16. März so sein, wenn der VfB an einem Samstagabend in der Fußball-Bundesliga bei der TSG Hoffenheim gastiert. Allerdings hat das Ganze dann nochmals eine neue Dimension als bei den meisten bisherigen Saisonspielen: Es werden nicht nur sämtliche 3000 Plätze im offiziellen Auswärtsbereich belegt sein, sondern auch tausende weitere Stuttgart-Fans im Stadion ihr Team unterstützen.

 

Der Hintergrund: Das Hoffenheimer Stadion ist selten voll besetzt. 30 150 Plätze fasst die Pre-Zero-Arena in Sinsheim, durchschnittlich 7000 davon blieben den offiziellen Zahlen zufolge in dieser Saison leer. Sogar den Bundesliga-Negativrekord der TSG-Historie gab es im Dezember gegen den VfL Bochum (16 023). Ausverkauft waren bislang drei Partien – gegen Spitzenreiter Bayer Leverkusen sowie gegen zwei Vereine mit einer breiten Fanbasis: Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt, die jeweils viele Anhänger mit nach Sinsheim brachten.

Der Rekord an VfB-Auswärtsfans in dieser Saison dürfte in Sinsheim fallen

Genau das wird auch gegen den VfB wieder der Fall sein: Mit dem Start des freien Verkaufs waren die Plätze rund um den Gästebereich schlagartig vergriffen. Hinter dem Tor gab es am selben Tag schon nichts mehr, auch die Gegengerade füllte sich rapide – trotz eines (üblichen) Topspiel-Zuschlags: Wo ein Ticket gegen den VfB 52 Euro kostet, werden für denselben Platz gegen Werder Bremen zwei Wochen vorher nur 38 Euro fällig. Inzwischen sind nur noch Stehplätze im Heimbereich erhältlich, die lediglich Hoffenheim-Fans (Mitglieder, Fanclubs, Dauerkartenbesitzer) ordern können. Die Sitzplätze sind dagegen alle verkauft.

Wie viele Stuttgart-Fans nun genau kommen werden, ist aufgrund der Überschneidungen im Einzugsgebiet beider Vereine nicht genau zu prognostizieren. Die TSG teilt auf Nachfrage mit, dass sie mit 6000 Anhängern zusätzlich zu den 3000 im Gästebereich rechnet – womit der VfB-Rekord dieser Saison (8500 beim FC Bayern) geknackt wäre. Aber auch eine fünfstellige Zahl bis hin zu 15 000 erscheint alles andere als abwegig.

Fest steht: Es werden tausende Stuttgarter das Spiel außerhalb des Gästeblocks im Hoffenheim-Bereich verfolgen. Gelten für sie andere Regeln? Aufschluss gibt die Stadionordnung, genauer Paragraf 13.3. Untersagt ist es demnach, sich als Gast-Fan im Heimfanbereich der Arena aufzuhalten. Dieser umfasst die Blöcke O bis V – und damit den Kurvenbereich, nicht aber die Gegengerade: Block O beginnt am Übergang zur Hoffenheimer Kurve.

Welche Blöcke gelten als TSG-Heimbereich?

Sollten aber VfB-Anhänger tatsächlich für diesen Bereich Tickets erworben haben – was möglich war und worauf zumindest Posts in den sozialen Medien hindeuten –, ist eine gewisse Vorsicht geboten. „Der Ordnungsdienst ist angewiesen und berechtigt, Zuschauer, die als Gast-Fan zu erkennen sind oder durch ihr Verhalten als solcher auffallen, aus diesem Bereich zu entfernen“, heißt es in der Stadionordnung. Auch eine gültige Eintrittskarte helfe da nichts. Zwar kann diesen Fans laut TSG-Regeln ein anderer geeigneter Platz im Stadion zugewiesen werden. Diese Option fällt für das VfB-Spiel aber aus, da alle anderen Bereiche schon jetzt ausverkauft sind. Daher droht in diesem Fall der Stadionverweis.

Anders sieht es auf der Gegengerade aus, die laut Stadionordnung nicht zum offiziellen Heimbereich der TSG zählt und auf der mit etlichen VfB-Fans zu rechnen ist. Das haben auch die Hoffenheimer Verantwortlichen im Blick. Wie immer vor Bundesligaspielen gebe es einen engen Austausch mit dem Gastverein und den am Spieltag beteiligten Einsatzkräften wie Polizei oder dem Sicherheitsdienst, um eine reibungslose Veranstaltung zu gewährleisten, teilt die TSG auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Am Spieltag selbst soll dann der Sicherheitsdienst für einen störungsfreien Ablauf sorgen. „Wir werden eine angemessene Anzahl an Ordnern einsetzen. Diese werden dann auch auf der Tribüne eingesetzt, um die Fans voneinander zu trennen“, so der Verein zu den Planungen für die Partie gegen den VfB am 26. Spieltag, in der die Stuttgarter mit der Fanunterstützung im Rücken eine lange Serie beenden wollen: Der bislang letzte Sieg in Sinsheim liegt elf Jahre zurück.