In einer Zeremonie auf dem Friedhof in Steinheim (Kreis Ludwigsburg) wird am 18. April die Erinnerung an Sternenkinder hochgehalten. Eltern können sich auch austauschen.
Wenn Eltern ein Baby verlieren, bleibt ein unsäglicher Schmerz zurück – mit dem die Mütter und Väter oft alleine klarkommen müssen. Deshalb hatte Rebekka Souvard die Idee, am Steinheimer Friedhof einen Ort der Begegnung für Trauernde zu schaffen, idealerweise in Form eines Cafés. Beim Bürgermeister Thomas Winterhalter rannte Souvard damit offene Türen ein. Der Rathauschef betonte allerdings auch, dass ein festes Gebäude kaum umzusetzen sei, und schlug vor, etwas kleiner anzufangen. Genau so wird es jetzt kommen.
Am Samstag, 18. April, findet von 14 bis 16 Uhr die erste Gedenkstunde für Sternenkinder auf dem Friedhof in Steinheim statt. So nennt man Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben sind. „Dabei ist es egal, wie lange das her ist“, sagt Rebekka Souvard, die selbst 2024 eine Tochter verloren hat. Das Mädchen war mit Trisomie 13 zur Welt gekommen und lebte nur vier Wochen. „Ich finde es wichtig, dass man sich die Zeit nimmt, an das Kind zu denken, weil das im Alltag gerne untergeht“, erklärt die Steinheimerin.
Zeit für gemeinsames Gedenken
Die Gedenkstunde am 18. April biete „Zeit und Raum für Rituale des Abschieds und der Erinnerung, für Stille ebenso wie für gemeinsames Gedenken“, erklärt die Stadt in einer Mitteilung. Die Pfarrerin und Klinikseelsorgerin Sabine Leibbrandt werde mit einer Ansprache durch die Gedenkstunde führen und stehe im Anschluss für persönliche Gespräche zur Verfügung.
Im Anschluss an die Worte von Sabine Leibbrandt können alle Teilnehmenden auf dem Friedhof verweilen. Vor Ort wird ein Kaffee-Mobil sein, über das man sich mit Kaffee und Gebäck eindecken kann. Es besteht die Möglichkeit, sich auszutauschen – oder zu einem stillen Beisammensein.
Die Veranstaltung richtet sich an „alle Steinheimerinnen und Steinheimer, die ein Sternenkind oder auch ein älteres Kind betrauern, unabhängig davon, wie lange der Verlust zurückliegt, ebenso wie Angehörige und Menschen, die ihre Anteilnahme ausdrücken möchten“, teilt die Stadt mit. Der persönliche Glaube oder eine Religionszugehörigkeit spielten dabei keine Rolle.