Den Bismarckplatz Foto: factum/Granville

In einer Ausstellung zeigen die Architekten und Stadtplaner der Initiative Stadtraum West der Öffentlichkeit, wie sie den Stuttgarter Westen attraktiver machen wollen.

S-West - In jedem Stadtbezirk gibt es Ecken, die schöner gestaltet werden können. Welche dies im Westen sind und wie sie verbessert werden könnten, darüber macht sich seit mehreren Monaten die Initiative Stadtraum West, eine Gruppe aus Architekten und Stadtplanern, Gedanken. Ihre Vorschläge hatte die Initiative bereits im Dezember vergangenen Jahres im Bezirksbeirat vorgestellt und dafür positive Reaktionen erhalten. Heute, Freitag, 11. Mai, eröffnet sie nun im Bürgerzentrum West eine Ausstellung, in der sie ihre Ideen noch einmal auf einen Blick präsentiert.

„Wir wollen an dem Thema dranbleiben und durch die Ausstellung ein größeres Publikum ansprechen“, sagt Eckhard Ernst von der Initiative. Auch sollen andere Architekten angesprochen werden, in der Hoffnung, dass auch sie Lust haben, sich freiwillig für ihren Stadtbezirk einzusetzen. Denn die Arbeit der Initiative ist ein rein bürgerschaftliches Engagement, motiviert aus „Lust und an der Freude, sich Verbesserungen für unseren Westen auszudenken“, wie es Ernst umschreibt.

Ideelle Unterstützung von der Architektenkammer

Die Ausstellung haben die Macher in mehrere Themen gegliedert. So geht es zum einen um den Bismarckplatz und die Frage, wie er als Platz noch besser genutzt werden könnte. Ein Café, Wasserspiele, eine optisch bessere Verbindung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil des Platzes sind Ideen. Dazu zählt auch die Einbindung des Moltke-Areals und die Gegend rund um das Olgäle sowie die Elisabethenanlage als Mitte des Westens. Ein weiteres Thema wird die Umgestaltung der Forststraße sein. „Sie ist eine Verbindungsstrecke und wenig befahren“, so Ernst, „man könnte sich dort eine Art Shared Space vorstellen.“ Bessere Radwege und das Wiederaufleben der Ausflugsgastronomie in der Halbhöhenlage sind weitere Themen, die aus Sicht der Initiative den Westens allgemein aufwerten würden.

Eine ideelle Unterstützung hat die Initiative von der Kammergruppe Mitte/West der Architektenkammer erhalten. „Wir finden das Engagement sehr gut und wollen die Arbeit wohlwollend begleiten“, sagt Jan Endemann, Vorsitzender der Kammergruppe. Über den Verteiler der Architektenkammer kann die Initiative ihre Aktivitäten verbreiten und neue Mitstreiter gewinnen. Möglich wäre auch, Studenten einzubeziehen. „Die fünf Kammergruppen zusammen haben dieses Jahr erstmals einen Studentenpreis ausgelobt“, sagt Endemann. Die Studenten hatten sich mit dem Rosensteinviertel auseinandergesetzt. „So etwas wäre auch für den Westen denkbar“, so Endemann. Allerdings sei das bisher nicht mehr als eine Idee.

Initiative will Vorschläge in die Verwaltung bringen

Finanziell hat der Bezirksbeirat West der Initiative 900 Euro bewilligt, um die Ausstellung realisieren zu können. Diese wird nun vier Wochen lang im Bürgerzentrum zu sehen sein. Zwei leere Tafeln können dabei von den Besuchern mit Anregungen, Kritiken und weiteren Vorschlägen beschrieben werden.

Für die Zukunft plant die Initiative weitere Aktionen. „Ich denke da an Vor-Ort-Aktionen wie beispielsweise ein kleines Fest am Lerchenplätzle oder eine Ausstellung mit alten Postkarten über den Westen“, so Ernst. Das Ziel sei, das Thema so lange voranzutreiben, bis auch die Politik auf die Bemühungen aufmerksam wird. „Wir wollen natürlich erreichen, dass der Gemeinderat und die Ämter sich für unsere Ideen interessieren, diese irgendwann auch annehmen und dann umsetzen.“

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