In Gewächshäusern an der Ludwigsburger Straße 211 sind die Arbeiten von Brigitte und Jürgen Krüger noch bis 18. Mai zu sehen. Foto: Susanne Müller-Baji

Sie liebt die Farbe, er die Form: Das Ehepaar Krüger stellen ab Samstag in einer Gärtnerei aus. Vor sechs Jahren hat das Apotheker-Ehepaar im Ruhestand schon einmal gemeinsam ausgestellt.

Zuffenhausen - Wenn zwei gestalten – gibt es viel zu entdecken: Im Gewächshaus segeln nun Boote mit halbtransparenten Segeln aus Seidenpapier, und Blumen strahlen mit der allgemeinen Maiblüte um die Wette: Brigitte Krügers Bilder fallen auf. Um die Steine ihres Mannes zu entdecken, muss man schon genauer hinsehen, sie sind aber ebenfalls mit viel Freude am Gestalten entstanden: Jürgen Krüger hat aus dänischen Kieseln Fische herausgearbeitet und die Götter der Antike aus bretonischen Findlingen. „Ich bin halt der mit den Steinen“, lacht er: „Wo immer wir Urlaub machen, lade ich den Kofferraum voll, bis meine Frau sich Sorgen wegen des Gewichts macht.“

Im Garten ihres Zuffenhäuser Hauses geht jeder in einem eigenen Arbeitsbereich ans Werk: In ihrem stehen Staffelei und Malgründe bereit; auf einer original mexikanischen Parkbank warten die Farbtuben auf ihren Einsatz. Brigitte Krüger mag die heitere Farbigkeit und das Spiel mit den Strukturen. Die erzielt sie durch aufcollagiertes Papier, durch das Einstreuen von Sand in die noch feuchte Farbe – und bisweilen findet sogar das Konfetti Verwendung, das nach dem Lochen von Papier anfällt. „Das Bild entwickelt sich, bis richtig was darin passiert“, fasst sie ihre Vorgehensweise zusammen. In Jürgen Krügers Holzunterstand hingegen warten die Steine darauf, behauen zu werden, bis sie buchstäblich ihre Gesichter preisgeben.

„Ich verändere Steine“

Vor sechs Jahren hat das Apotheker-Ehepaar im Ruhestand schon einmal gemeinsam ausgestellt: „Die Arbeiten meiner Frau kennt man ja, aber viele waren erstaunt, dass ich mit Stein arbeite“, sagte Jürgen Krüger damals. Dabei sei die Auseinandersetzung mit der Kunst eigentlich eine natürliche Entwicklung: Durch seine jahrelangen Einsatz für den Zuffenhäuser Kunstkreis und die Ausstellungen in der Zehntscheuer habe er „einen ganz anderen Blick für Kunst“ bekommen. Und weil seine Frau auch im Urlaub gerne zu Pinsel und Farbe greift, lag es nahe, selbst zu gestalten: „Ich kann nicht die ganze Zeit nur lesen“, sagt Krüger. Als Künstler würde er sich nicht bezeichnen: „Ich verändere Steine.“

Und auch an anderer Stelle ergänzt sich das kreative Paar: Jürgen Krüger fertigt mit Begeisterung Rahmen und Malgründe für seine Frau – am liebsten aus Dingen, die andere achtlos beiseite stellen: Aus einem alten Bettrost wird dann ein massiver Bilderrahmen und die Aufhängung der Bettfedern finden bei der Hängung des fertigen Gemäldes Verwendung. Er hatte auch die Idee zu den wetterfesten Gemälden für draußen, die nun ebenfalls präsentiert werden: Als Malgrund dienen hier Täfelungen für Feuchträume, gemalt wird mit speziellen, lichtechten und verwitterungsbeständigen Farben. Seine Idee, ihr Gemälde – so sieht kreative Zusammenarbeit aus.

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