Im Muse-O können Fußball-Spiele aller Art ausprobiert werden. Foto: Jürgen Brand

Im Muse-O werden Spiele rund um den Fußball gezeigt und gespielt – vom 1921 in Stuttgart erfundenen Tipp-Kick bis zu digitalen Klassikern. Auch die deutsche Panini-Tochter hat ihren Sitz in der Landeshauptstadt.

S-Ost - Bei jedem Heimspiel des VfB Stuttgart zeigt sich die Faszination des Fußballs aufs Neue. Auch am heutigen Montagabend werden wieder rund 50 000 Menschen ins Stadion pilgern – zu einem Zweitliga-Spiel wohlgemerkt. Weil Fußball seit Anfang vergangenen Jahrhunderts immer mehr Menschen begeisterte, entwickelte sich rund um den eigentlichen Sport eine vielfältige Spiele-Industrie. Genau diese „Spiele rund ums Fußballspiel“ stehen im Mittelpunkt der neuen Ausstellung des Museumsvereins Stuttgart-Ost (Muse-O) in seinen Räumen am Schmalzmarkt in Gablenberg. Dabei kann man nicht nur Ausstellungsstücke anschauen und so einiges über die Entwicklungsgeschichte mancher Spiele erfahren – sondern auch selbst spielen.

Tipp-Kick

Eines der ältesten Spiele, die ein Fußballspiel simulieren, ist Tipp-Kick. Im Jahr 1921, am 15. September, meldete es der Stuttgarter Möbelfabrikant Carl Mayer zum Patent an. 1924 kauft der Schwenninger Kaufmann Edwin Mieg die Lizenz und entwickelte das Spiel zu einem Verkaufsschlager. Heute wird nicht mehr mit Blech-, sondern mit echten Hightech-Figuren gespielt. Wie beim echten Fußball gibt es eine Tipp-Kick-Bundesliga, eine zweite Liga, Regionalligen, es gibt auch einen eigenen Pokalwettbewerb. Gespielt wird nach festgeschriebenen Profi-Regeln, die vielen Tipp-Kick-Vereine in Deutschland sind im Deutschen Tipp-Kick-Verband (DTKV) organisiert. Amtierender Deutscher Mannschaftsmeister ist der 1. TKC Kaiserslautern. Im Muse-O steht den Besuchern ein Tipp-Kick-Spiel zur Verfügung.

Tischfußball, Subboteo und Co.

Das älteste bekannte Patent für ein Tischfußballspiel stammt aus dem Jahr 1922 aus England. Später haben viele andere die Erfindung des Tischkickers für sich in Anspruch genommen, diese Patente sind jedoch alle viel jünger. Wie beim Tipp-Kick ist es auch beim Tischfußball so – wo ein Kicker steht, findet sich sofort jemand, der auch spielt. Das ist in Stuttgarter Eckkneipen nicht anders als in Luxus-Strandclubs an der Côte d’Azur. Auch Tischfußball hat sich zu einer eigenen, internationalen Sportart mit eigenen Vereinen, Ligen und Meisterschaften entwickelt, noch mehr als Tipp-Kick. Ähnlich ist es auch bei Subboteo, einem aus England stammenden Tisch-Fußballspiel. Durch die frei beweglichen Figuren spielen dabei Taktik und Strategie eine größere Rolle als etwa bei Tipp-Kick. Auch diese Spiele können im Muse-O ausprobiert werden.

Sammelbilder und Online-Spiele

Auch überhaupt nicht fußballinteressierte Eltern von Jungs im Schulalter kommen nicht an ihnen vorbei – den Sammelbildern vor allem vom Marktführer Panini. Um so ein Album zum Beispiel bei Fußball-Weltmeisterschaften komplett zu füllen, muss man durchaus mehrere hundert Euro investieren, was dem Erfolg der Bildchen mit Fußballspielern aber keinen Abbruch tut. Erfunden wurden die Sammelbilder von den Brüdern Panini, die 1961 in Modena die erste Serie mit den Bildern von 90 italienischen Fußballspielern auf den Markt brachte. Inzwischen ist die Panini-Gruppe ein Großunternehmen. Im Jahr 2003 übernahm sie das Stuttgarter Unternehmen Dino Entertainment, seit 2010 ist der Hauptsitz der deutschen Panini-Tochter in der Rotebühlstraße in Stuttgart. Neben Panini-Sammelbildern sind im Muse-O auch Kartenspiele rund um den Fußball zu entdecken, die allerdings nur zum Anschauen, nicht zum Spielen. Und an zwei bis drei Spielestationen mit Spielekonsolen und Monitoren können auch die Klassiker der digitalen Fußballspiele wie etwa Pro Evolution Soccer ausprobiert werden.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung im Muse-O, Gablenberger Hauptstraße 130, ist samstags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 2 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Weitere Informationen im Internet unter www.muse-o.de.

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