Farbenfroh und mehrschichtig – Biggi Besemer mit zwei ihrer Gemälde. Foto: Mathias Kuhn

Das Obertürkheimer Rathaus ist seit wenigen Tagen auch eine Gemäldegalerie. Biggi Besemer stellt erstmals ihre großformatigen Werke einem größeren Publikum vor. Die Ausstellung ist bis zum 29. März zu sehen.

Obertürkheim - Wer zurzeit das Obertürkheimer Rathaus besucht, verweilt dort oft länger als ursprünglich geplant. Großformatige, farbenfrohe Kunstwerke sind der Grund für den längeren Aufenthalt: Ein bunter Dackel, eine den Betrachter mit großen Augen anblickende Ziege auf gelbem Grund, ein hinter einer roten Pflanze stehender Esel mit langen Ohren, leicht abstrakt wirkende Landschaftsbilder und Kompositionen aus Formen und Farben hängen an den Rathauswänden. Sie stammen aus dem Pinsel von Biggi Besemer. „Zum ersten Mal präsentiere ich einen Teil meiner Werke der breiten Öffentlichkeit“, erzählt die 50-Jährige. Neuland für die Esslingerin. Etwas nervös sei sie an der Vernissage schon gewesen. Die positive Resonanz mache sie stolz.

17 ihrer besten Werke sind ausgestellt. Die Vielfalt und Bandbreite ist groß. Ein alles in den Schatten stellendes Gemälde gibt es nicht. Jeder Betrachter kann etwas anderes sehen, fühlen und in die Werke hineininterpretieren. Vielleicht ist dies bewusst von Besemer so gewollt. „Ich male nicht zielgerichtet, jedes Bild entwickelt sich im Laufe der kreativen Zeit an der Leinwand“, sagt die zweifache Mutter. Es könne schon passieren, dass ein Gemälde drei oder vier Wochen ruht und dann übermalt werde.

Malerei ist nur ein Hobby

Die Leidenschaft und das Talent für die Malerei schlummerten schon lange in ihr, aber erst vor vier Jahren nahm sie sich Zeit, diese Lust am Malen zu leben. Geboren wurde Besemer in Geislingen. Im Laufe ihres Lebens verschlug es sie nach Tübingen, Stuttgart, Ansbach, Nürtingen und Ohmden, bevor sie vor 26 Jahren endgültig in Esslingen ihre Heimat fand. Die gelernte Fremdsprachensekretärin arbeitet als Verwaltungsangestellte auf dem Hofgut in Sirnau und ist zeitgleich als Immobilienmaklerin tätig. Die Malerei ist für sie nur ein Hobby, „das einem den Kopf frei macht und dem Geist guttut“. Sie scheint immer voller Ideen und ist gerne in Bewegung – entweder mit ihrem Hund oder auf dem Hockeyfeld.

Diese Agilität und Energie spiegelt sich auch in ihren Bildern wider. „Vielen Ausstellungsbesucher ist positiv aufgefallen, dass ich gerne mit poppigen Farben arbeite“, sagt sie. Dunkles Blau als Hintergrund kontrastiert dann mit leuchtendem Pink. Besemers Dackel hat einen lang gezogenen Körper mit hellrotem Kopf und Schwanz und der grüne Ziegenkopf sticht vor dem gelben Hintergrund hervor. Wer die Gemälde näher betrachtet, bekommt einen fast haptischen Eindruck. Oft liegen mehrere Farbschichten übereinander, bilden spannende Strukturen. „Gerne mische ich auch feinen Sand aus dem Urlaub mit Acrylfarbe. Dadurch bekommen die Farben eine andere Tiefe und ich erhalte eine mehrschichtige Oberflächenstruktur.“ Neben Acrylfarben verwendet sie gerne Oilsticks, bestimmte Farbstifte, die sie mit ihren Fingern auf glatten Flächen aufbringt.

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