Hermine Neuschwander (rechts) und Inge Hoppmann mit Arbeiten von Ursula Fleig. Die drei Künstlerinnen gehören zur Botnanger Malgruppe. Foto: Susanne Müller-Baji

Fünf Malerinnen sowie Nachwuchskünstler der JuKus Kinderwerkstatt gewähren bei der „Schaumal-Malschau“ im Botnanger Bürgerhaus Einblicke in ihr Schaffen.

Botnang - Aus dem Stadtbezirk, für den Stadtbezirk – für die neue Ausstellung im Saal des Bürgerhauses haben sich fünf Mitglieder der Botnanger Malgruppe sowie der künstlerische Nachwuchs der JuKus-Kinderwerkstatt zusammengetan. Die Bandbreite der neuen „Schaumal-Malschau“ reicht entsprechend vom Gemälde bis zur Keramik, die Tonart dagegen ist frühlingshaft und leicht.

Alte Hasen und junge Hüpfer: In der am Mittwoch eröffneten Werkschau kommen beide zum Zug. Die Kinder der im Bürgerhaus ansässigen JuKus zeigen auf der Bühne ihre schönsten Keramiken, darunter ein Schildkrötenmensch und ein Hund mit babyblauem Häkel-Schal. Ein Jahr lang hatte die Zusammenarbeit wegen eines Wechsels in der JuKus-Leitung pausiert, erzählen die Künstlerinnen Inge Hoppmann und Hermine Neuschwander. Jetzt geht man mit Elan in die nächste Runde. Schön dabei: Die Kombination mit den Arbeiten der Könnerinnen sorgt für ein fröhliches Miteinander und zeigt ja auch schon mal, wohin die Reise künstlerisch führen kann.

Frühlingsfrischer Blick in das künstlerische Schaffen

Von den sechs Mitgliedern des Zusammenschlusses Botnanger Malgruppe gewähren nun fünf einen frühlingsfrischen Blick in ihr Schaffen: Neu in der Gruppe ist Silja Riethmüller, die abstrahierte Räume in intensiven Farbkontrasten und mit bemerkenswerten Titeln präsentiert: „Gonna be sick“, „Werde wohl krank“, heißt eines mit starkem Orange-Rosa-Kontrast.

Auch bei Gertrud Wurth tummeln sich die Farben und Formen: Neben einigen großformatigen Arbeiten präsentiert sie etwa Variationen um „Das Quadrat“. Bei Ursula Fleig kommen Spachtel, Pinsel, beide Hände, dazu Farben in allen erdenklichen Zusammenstellungen zum Einsatz. Pfiffig auch hier die Titel: „Kellergeister“ heißt eines der experimentellen Werke – das lässt Raum für allerhand Deutungen.

Traditionell machte die Veranstaltungsreihe „Mittwoch Nachmittag“ den Anfang in der Ausstellung: Das offene Angebot für Menschen mit Zeit bietet im Bürgerhaus wöchentlich Veranstaltungen zu interessanten Themen: Da dort derzeit die Ausstellung stattfindet, liegt es auf der Hand, den Gästen noch vor der eigentlichen Vernissage einem Einblick zu gewähren. In diesem Jahr stellten sich also Hermine Neuschwander und Inge Hoppmann den Fragen der Gäste.

Zartes Spiel von Farbe

Neuschwander erläuterte bei einem kleinen Rundgang, wie ihre mit leichter Hand geschichteten Arbeiten entstehen: Ein zartes Spiel von Farbe, in Verbindung mal mit Zeitungspapier, mal mit eingedruckten gedruckten Elementen. Dabei erfuhren die Gäste unter anderem, was es mit der Monotypie auf sich hat, dem Einmaldruck mit seinen charakteristischen Strukturen.

Inge Hoppmann hingegen führte in ihre Künstlerbücher ein – Leporellos, die Gedichte oder Kinderreime visuell umsetzen. So die launige Geschichte von „Butzlabee“ oder ein Wunschzettel nach Bertold Brecht: „Von dem Mangel höchstens ein bisschen/Lieber hie und da ein Überflüsschen“ steht nun da. Und man kann sich kaum sattsehen an der überbordenden Fantasie, die darin wohnt – wie auch in den Gemälden und in den Kinderkeramiken.

Info Die „Schaumal-Malschau“ ist noch bis Sonntag, 7. April, im Saal des Bürgerhauses, Griegstraße 18, zu sehen. Geöffnet ist am Freitag, 5., und am Sonntag 7. April, von 11 bis 18 Uhr, am Samstag von 9 bis 18 Uhr. Und am 10. April gibt es um 14.30 Uhr ebenfalls dort den nächsten „Mittwoch Nachmittag“, dann geht es in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring um das Thema Rechtspopulismus in Stuttgart.

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