Künstler unter sich: gerade erklärt Uli Schmidt (r.) sich und seine Bilder. Foto: Martin Bernklau

Sechs Künstler aus dem Kunstkreis Schönberg laden zu einer gemeinsamen Ausstellung ein. Den Anfang dieser Kooperation hat wohl damals die Schau im Abbruchhaus gemacht.

Schönberg - Man hat sich gefunden. Den Anfang machte vielleicht die spektakuläre Gruppenausstellung im Abbruchhaus am Steinpilzweg. Im Oktober 2013 gedachte der Kunstkreis mit einer Ausstellung seiner verstorbenen Ideengeberin Susi Maier. Jetzt stellte deren Nachfolgerin Kirsten Büscher im Kulturcafé der Gruppe sechs Künstler aus Schönberg vor. Einige sind weggezogen, einige gekommen. Am Sonntagnachmittag war die gut besuchte Vernissage im Gemeindesaal unter der Himmelfahrtskirche.

Die ganz jungen und fast erwachsenen Schüler der Pianistin So-Ryong Chuoa, aus Korea stammend, in Japan aufgewachsen, umrahmten die Ausstellung mit teils sehr anspruchsvoller Musik am Klavier und mit der Geige. Die Arbeiten und Arbeitsweisen erläuterten die Maler, Fotografen und Bildhauer bei einer Podiumsrunde.

Ein promovierter Bodenkundler ist mit dabei

Sein Bild „Umsonst und Draußen“ mit Kindern nach einer berühmten Fotografie von Robert Doisneau hing über der Bühne. Der promovierte Bodenkundler Uli Schmidt beschäftigt sich auch in seiner Kunst mit Nachhaltigkeit, mal kritisch, mal visionär. Ein Gemälde des Amerikaners Edward Hopper hat ihn zu seiner Acryl-Malerei „City Roofs“ inspiriert. „Dachschaden“ benennt er eine in realistischer Stilisierung geschärfte Szene mit einem weidenden Schaf als landwirtschaftlicher Nutzung der Flächen in luftiger Höhe.

Rechts daneben schließen sich die gleichfalls in Acryltechnik geschaffenen, aber vollkommen gegenstandslosen Bilder von Barbara Arnold an. Sie malt schon lange, stets langsam und oft in allmählichen Schichtungen, ohne Plan, Vorsatz und Konzept. Häufig wie Schmidt mit Spachtel und Rakel statt mit Pinsel. Oft dauert es Wochen, bis sie sagt: „Jetzt atmet das Bild, jetzt lebt’s, jetzt ist es fertig.“ Sie strahlen Ruhe aus, ihre an der Oberfläche fast reliefartigen Arbeiten, und eine feine Balance.

Mit der Kamera und Photoshop

Madeleine Linden hat anderes Werkzeug. Seit vielen Jahren will sie „aus technischen Mitteln Malerisches holen“ und benutzt dazu die Kamera und das Computerprogramm Photoshop. Ihre Collagen lässt sie professionell auf Alu-Dibond ziehen wie die größere „Lichtung“, die schon auf das nächste Projekt des Kunstkreises hinweisen könnte. Erst auf Fotopapier existieren die kleinere „4 unfertige Versuche, die Welt zu verstehen“. Sie handeln von „Welten, Skurrilitäten und Ängsten“. Aber sie sollen „Geschichten erzählen und zum Denken anregen“, sagt die Künstlerin.

Philipp Liedl ist Physiker. Seine abstrakten Bilder aus Acrylfarbe, manchmal unter Beigabe von Rost oder Metall, sollen Dinge reduzieren. „Wintertrio“ heißen sie oder „Frühlingstrio“ und bilden dieses Thema aus der Natur in einem Triptychon oder mit drei ruhenden Flächen auf einer Leinwand ab. Nur ein Bild, dafür ein großes, stellt Anke Schnaufe vor. Auch sie malt mit schnelltrocknendem Acryl, sehr intuitiv, spontan, „wie’s halt grad wird an dunkleren oder an helleren Tagen“. Oft arbeitet sie zu Musik. Bei ihrem „Frühling“, zu dem auch die Nasen der herablaufenden Farbe gehören, setzt sich doch das Hellere durch.

Eine Künstlerin befasst sich mit „Frauen in Marokko“

Eigentlich ist Ulrike Brennscheidt Bildhauerin. Aber um den Ausdruck von Raum und Figur zu schaffen, eignet sich auch Fotografie. Die Ereignisse in der Arabischen Welt haben sie zur Serie „Frauen in Marokko“ veranlasst, die Kraft und Stolz, aber auch die Zerrissenheit und Unterdrückung der Frauen veranschaulichen.

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