Der Künstler Albrecht Breunlin zeigt seine Arbeiten zurzeit in der Galerie 4/1 in Korntal. Der Titel der Ausstellung sagt einiges: „In a manner of speaking“.
Text und Bild seien ihm gleich wichtig, betont der Künstler Albrecht Breunlin, der seine Arbeiten derzeit in der Galerie 4/1 in Korntal ausstellt. Breunlin malt nicht nur, sondern verfasst auch Texte. Und: Auf seinen Bildern finden sich ebenfalls Sätze oder Worte. Meist sind sie in Englisch, weil er sie Songtexten entnommen hat. Außerdem sei ihm das Englische näher, sagt er. „Das kommt aus mir selbst heraus.“
So überrascht es nicht, dass auch der Titel der Korntaler Ausstellung, die bis 12. Oktober zu sehen ist, auf Englisch ist: „In a manner of speaking“ entstammt einem Lied der Gruppe Tuxedomoon. Das Bild mit diesem Titel, auf dem sich eine lang ausgestreckte Zunge befindet, erwartet den Besucher gleich am Eingang. Das Lied „In a manner of speaking“ kannte er schon lange, bis ihm klar wurde, dass der Ausdruck in der Übersetzung „sozusagen“ bedeutet, erzählt Breunlin. Man denke dabei zunächst an ein nichtssagendes Füllwort wie auch das Wort „quasi“. „Etwas ist nicht in vollem Umfang zutreffend“, führt er aus.
Breunlin will keine „Gefühlskunst“ schaffen
„,A manner of speaking´ heißt wörtlich, eine Art zu sprechen´. Hier ist meine Art zu sprechen – und zu malen und zu denken“, sagt der Korntaler Künstler über den Titel zur Ausstellung. Man sage, Bilder sprächen zum Betrachter, ohne Worte, also im übertragenen Sinn. „Bei mir gibt es zusätzlich Worte, Sätze, die zum Betrachter sprechen“, betont Breunlin. Dabei würden Bild und Text zwei verschiedene Informationen liefern, die zusammenwirken, sich ergänzen und gegenseitig erklären sollen, wie in der Werbung. „Oder sie liefern widersprüchliche Informationen. Aus der Wahrnehmung des Widerspruchs entsteht im besten Fall ein Denkprozess“, so der Künstler.
Breunlin will mit seinen Bildern keine „Gefühlskunst“ schaffen. Dass die Sprache in seiner Kunst eine so entscheidende Rolle spielt, hat damit zu tun, dass er einst auch Philosophie studiert hat und sich seither mit der Theorie Ludwig Wittgensteins beschäftigt.
Dem Besucher der Ausstellung springen die leuchtenden, gar schrillen Farben, die Breunlin verwendet, ins Auge. „Seit ich denken kann, liebe ich ungemischte Farben“, sagt er dazu. Als Kind schon habe ihn immer die Kirmes interessiert. Die bunten Farben dort hat er geliebt. Außerdem hätten ihn die poppigen Farben des Künstlerpaars Gilbert und George beeinflusst. Ebenso wie die „starken Farben“ des Künstlers Imi Knöbel.
Seine Arbeiten beginnt er am Computer
Eine Besonderheit der Ausstellung in Korntal ist, dass die Bilder schräg von der Wand hängen. Dazu hat Breunlin das „Schwarze Quadrat“ von Kasimir Malewitsch inspiriert, das dieser in der futuristischen Schau „0,10“ schräg oben in die Wandecke unter die Decke des Raumes platzierte. Die Hängung für die Schau in Korntal hat der Künstler übrigens am Computer geplant.
Für seine Bilder benutzt Breunlin teilweise Fotos aus dem Internet, die er beim Malen bearbeitet. Bei den Arbeiten, bei denen er die Grundlage nicht aus dem Internet holt, beginnt er ebenfalls am Computer. Als Beispiel nennt er das Bild mit dem grünen Untergrund, auf dem sich in Rot der Name „Polly Jean“ wie ein Wollstrang hinzieht. Den Namen habe er mit der Maus am Computer geschrieben und dann mit dem Beamer auf die Leinwand geworfen. Schon, wenn er ein Bild am Computer abschließe, sei die Form klar. „Es gibt Phasen, bei denen ich dann die Farben nicht erreichen kann, weil es die Pigmente beispielsweise nicht gibt. Oder es ergibt sich eine andere Farbe, die aber viel besser ist.“
Die Ausstellung „In a manner of speaking“ in der Galerie 4/1, Hans-Sachs-Straße 4/1, in Korntal hat bis 12. Oktober samstags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.