Eindrucksvolle Aufnahme: Vor dem Weimerkindergarten stellen sich 1960 die Jungs und Mädchen für den Fotografen auf – vielleicht erkennt sich noch jemand? Foto: Stadtmuseum Fellbach

Die Jubiläums-Präsentation zum 100-jährigen Bestehen des Evangelischen Vereins Fellbach im Stadtmuseum öffnet von diesem Donnerstag an ihre Tore. Dabei geht’s auch um die Anfänge des Vereins und die wichtigsten Entwicklungen nach dem Ersten Weltkrieg.

Fellbach - Was für eine imposante Geschichte und was für eine imposante Zahl: Der Evangelische Verein Fellbach und das Stadtmuseum feiern heuer das 100-jährige Jubiläum des Vereins – und zwar mit einer abschließenden Sonderausstellung, die den Titel trägt: „Pflegen – Fördern – Da sein“. Eröffnet wird die Schau an diesem Donnerstag, 14. November, von Fellbachs Oberbürgermeisterin Gabriele Zull und dem Vereinsvorstand Axel Wilhelm.

Mit seiner Gründung im Jahr 1919 wurden die Bereiche Kindererziehung und Krankenpflege unter einem Dach zusammengeführt

Während die Schau natürlich im Museum gezeigt wird, geht’s für die Vorab-Zeremonie gut 200 Meter gen Norden: Denn die Eröffnung findet am Donnerstag um 19 Uhr im Großen Saal des Fellbacher Rathauses statt.

Eingeladen sind nicht nur alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Mitglieder des Evangelischen Vereins, sondern insbesondere auch die Fellbacher Bürgerinnen und Bürger. Musikalisch begleitet die Feier der Fellbacher Gospelchor „Joy and Light“ unter Leitung von Beatrix Steinhübl. Der Verein Kreativ Handeln bietet kleine Köstlichkeiten und der Wein stammt von den Fellbacher Weingärtnern.

Der Evangelische Verein kann auf eine lange Geschichte zurückblicken und hat die Stadt und deren Gemeinde- und Sozialwesen auf besondere Weise geprägt. Mit seiner Gründung im Jahr 1919 wurden die Bereiche Kindererziehung und Krankenpflege unter einem Dach zusammengeführt – ein bis heute besonderes Herausstellungsmerkmal. In der Ausstellung geht es um die Anfänge des Vereins mit seinen bedeutenden Gründungspersönlichkeiten und die wichtigsten Entwicklungen in Fellbach kurz nach dem Ersten Weltkrieg. In dieser Zeit, geprägt von Verlust und Leid, hat der neue Verein versucht, dem Leid mit einem breit angelegten Hilfsprogramm entgegenzusteuern. So erweiterten die Gründer die vom Ehepaar Weimer gelegten Grundlagen für ein elementares Erziehungsangebot. Und der Aufbau einer medizinischen Grundversorgung durch Gemeindeschwestern sollte zum nachhaltigen Erfolgsmodell werden.

Ein breit gefächertes Rahmenprogramm mit Vorträgen und Themenführungen begleitet die Sonderausstellung im Fellbacher Stadtmuseum

Die Schau schaut aber nicht nur zurück, sondern stellt den Evangelischen Verein von heute vor. Aktuell beschäftigt er 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in ihrem Dienst am Menschen von vielen Ehrenamtlichen unterstützt werden. Inzwischen unterhält der Verein 16 Kindertageseinrichtungen mit unterschiedlichen pädagogischen Schwerpunkten und Öffnungszeiten, um neuen gesellschaftlichen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Die einstige Gemeindeschwester erhielt in all den Jahren stetige Unterstützung, etablieren konnte sich eine Diakoniestation mit einem ambulanten Pflegedienst.

Aktuell möchte der Evangelische Verein auch die Vielfalt gesellschaftlicher Kräfte in kultureller wie religiöser Hinsicht abbilden und versteht seine Arbeit als Beitrag zu einer toleranten, multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft. Durch seine Projekte und Tätigkeitsfelder trägt er zur Weiterentwicklung dieser offenen Zivilgesellschaft bei.

Ein breit gefächertes Rahmenprogramm mit Vorträgen und Themenführungen begleitet die Sonderausstellung im Fellbacher Stadtmuseum. Zur Sprache kommen historische und aktuelle Themen – vorgestellt von Historikern, Pädagogen sowie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Evangelischen Vereins Fellbach. Sie alle stellen sich „dem Prinzip Fürsorge“ und geben ihren Beitrag zum Motto „Pflegen – Fördern – Da sein.“

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