Geschichtsträchtiger Boden: die Limburg bei Weilheim Foto: Horst Rudel (Archiv)

In den Wirren der Weltkriege gingen Funde und Aufzeichnungen verloren. Hundert Jahre später gruben Tübinger Archäologen auf der Limburg bei Weilheim erneut. Nun präsentiert die Ausstellung „100 Jahre Archäologie auf der Limburg“ die Erkenntnisse zur Besiedlungsgeschichte der Limburg und ihres Umlandes erstmals in Esslingen.

Esslingen - Die ersten archäologischen Ausgrabungen fanden in den Jahren 1912 und 1913 statt. Doch was über die Limburg bei Weilheim herausgefunden wurde, verlor sich in den Wirren der Weltkriege wieder. Erst 100 Jahre später wurden die Grabungen durch Forscher der Universität Tübingen fortgesetzt. In einer dokumentarischen Ausstellung zeigt das Stadtmuseum im Gelben Haus die Erkenntnisse nun erstmals auch in Esslingen. Die zweiwöchige Schau „100 Jahre Archäologie auf der Limburg“ eröffnet am Freitag, 4. November, um 17 Uhr.

„Die Limburg ist heute nicht mehr als nur ein Vulkankegel, von dem man mal wusste, dass einst eine Burg draufstand“, sagt Martin Beutelspacher von den Städtischen Museen Esslingen. Denn von der vermutlich um das Jahr 1050 von Graf Berthold I. und Stammvater der Zähringer errichteten Burg, ist über dem Erdboden nichts mehr zu sehen. Dank ihrer Funde und Erkenntnisse haben die Forscher belegt, dass die Limburg schon in der Jungsteinzeit besiedelt wurde. Von dieser Siedlung wurden 1914 vier Hausgrundrisse freigelegt. Zwar sind viele Aufzeichnungen der ersten Ausgrabungen während der beiden Weltkriege verloren gegangen, doch die Archäologen konnten dank neuer Funde eine Ansiedlung der Kelten auf der Limburg bezeugen. Nicht weit der Limburg, im Gewann Köllerin, entdeckten Archäologen 2012 beispielsweise die keltische Viereckschanze, ein einst befestigtes Anwesen eines keltischen Hofherrn.

„Man hat jetzt nachgegraben und die Limburg in Teilen ausgegraben, um sie zu verstehen“, erklärt Beutelspacher. Denn die Funde geben auch Auskunft über das mittelalterliche Leben und Wohnen auf der Burg. Besucher können die Besiedlungsgeschichte und die Bebauung der Limburg anhand von Schrifttafeln nachvollziehen. Außerdem gibt es Einblicke in die Forschungsgeschichte und die Arbeitsweise der Archäologen. Zum Teil sind die Tafeln eigens für Kinder gestaltet worden, die so auf Entdeckungsreise gehen können.

Die Stadt Esslingen zeigt die Schau anlässlich der Tagung des Marburger Arbeitskreises für europäische Burgenforschung, die am zweiten Novemberwochenende in Esslingen stattfindet.

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