Eine Außenwelt der virtuellen Innenwelt existiert nicht für die Influencerin in Julika Rudelius’ „Layers of Sentiment“. Foto: Julika Rudelius

Die inszenierten Sozialstudien der Videokünstlerin Julika Rudelius entlarven patriarchale Macht und Gewalt, stilisieren aber keine Opferrollen. Stattdessen schlägt Voyeurismus um in provokante Hochglanz-Schönheit: zu sehen in der Esslinger Villa Merkel.

Ein Mordsteil hat er da im Arm, Pumpgun oder was. Gleich knallt er damit seine Freundin ab, grundlos natürlich. Obwohl er doch so sympathisch aussieht, nach Uniabsolvent und linksliberal. Der Smart Boy als Serienkiller. Beängstigend. Verständlich, dass sich in dieser Welt eine junge Mutter in lauter Schutzinstinkte auflöst. Die Geborgenheit, die sie ihrem Baby bietet, ist ein SUV: die Potenzramme als rollender Uterus. Eine krass paradoxe Angstumkehr.