Bis zur Ausstellungseröffnung am Samstag sollen sechs Skulpturen aus Sand fertig sein. Die Künstler aus aller Welt arbeiten mit Hochdruck und gemeinsam an den barocken Motiven. Von Samstag bis Mittwoch darf beim Wettbewerb dann jeder Künstler sein individuelles Können zeigen. Foto: factum/Granville

Eine riesige württembergische Krone, eine Büste von König Friedrich I und das Schloss Favorite – das Blühenden Barock zeigt acht Wochen lang Skulpturen aus Sand im Nordgarten. Am Strand lassen sich die Kunstwerke allerdings nicht nachbauen.

Ludwigsburg - Rund 350 Tonnen Sand sind in den letzten Tagen ans Blühende Barock (Blüba) in Ludwigsburg gekarrt worden. Im Elsass abgebaut, kam der Sand per Schiff und Lastwagen nach Ludwigsburg – alles für die neue Ausstellung Sandkunst, die am Samstag, 8. Juli, im Nordgarten des Blüba eröffnet. „Wir haben hier die schönsten und vielfältigsten Sandskulpturen ausgestellt“, sagt der Blüba-Direktor Volker Kugel – und stellt klar: „Mit der Sandwelt haben wir nichts zu tun!“

Diese Ausstellung, die vor vier Jahren auf der Bärenwiese ebenfalls Sandskulpturen präsentierte, hatte für massive Aufregung gesorgt. Vor allem Anwohner hatten damals viel Lärm befürchtet und gar einen Bürgerentscheid gegen die von einer Eventagentur organisierte Schau gefordert.

Für die Ausstellung im Blüba hat Kugel Sandkünstler aus aller Welt nach Ludwigsburg eingeladen. Irland, Australien, Holland, Frankreich, Italien und die Schweiz sind vertreten. Sechs etwa drei Meter hohe Sandskulpturen zum Thema „Barock“ sollen bis zum Ausstellungsbeginn am Samstag bereits am Nordgarten stehen. Darunter eine Nachbildung des Ludwigsburger Schloss Favorite, eine riesige Krone des Königreichs Württemberg und eine Büste von König Friedrich Wilhelm Karl von Württemberg.

Weitere sechs Skulpturen aus Sand schnitzen die Künstler bei einem Wettbewerb, der von Samstag, 8. Juli, bis Mittwoch, 12. Juli, stattfindet, sodass die Besucher den Prozess der Entstehung verfolgen können. Jeder der sechs ausländischen Sandkünstler wird dabei eine Skulptur nach eigner Vorstellung entwerfen und umsetzten, alles zum Thema Barock. Am Ende entscheiden die Besucher der Ausstellung und eine Jury über den Gewinner des Wettbewerbs.

Etwa 40 Stunden Arbeit stecken in einer Skulptur

Der viele Sand wurde zuerst mit viel Wasser und mithilfe von Maschinen in Verschalungen gepresst, damit er dicht und fest wird, erklärt der Sandkünstler Jeroen van de Vlag die Vorbereitungen für die Skulpturen. Dann seien die Sandblöcke an den künftigen Standort gebracht worden. Hier werden sie von unten nach oben bearbeitet, mit einem kleinen Spatel und viel Wasser.

„Rund 40 Stunden Zeit stecken in einer Sandskulptur“, sagt van de Vlag. Für jedes der Kunstwerke werde etwa 30 Tonnen Sand benötigt, für des Schloss Favorite sind es sogar 65 Tonnen Sand, sagt van de Vlag.

„Wer sich jetzt wundert, wieso er am Strand nie so tolle Figuren wie hier hinbekommt – das ist gar nicht möglich“, sagt van de Vlag. Der Strandsand sei viel älter und bereits abgeschliffen, daher werde er nicht so fest und halte nicht so gut wie der grobe Sand, der für die Skulpturen verwendet wird. Regen und starke Sonne können den Skulpturen übrigens nichts anhaben: die fertigen Kunstwerke erhalten am Ende eine Schicht aus Holzleim, die sie vor Witterungseinflüssen schützen soll. „Die Skulptur, die wir probehalber im März geschnitzt haben und die seitdem an der Orangerie steht, sieht immer noch gut aus“, sagt van de Vlag.

Danach wird der San wiederverwertet

Neben den Sandfiguren hat das Blüba den Nordgarten auch anderweitig aufgewertet. Für Kindern stehen mehrer Sandkästen zum Spielen zur Verfügung, für Erwachsene Strandliegen zum Ausruhen. Und wer sich durch die verschiedenen Sandarten tasten möchten: in sieben Kästen liegt Sand aus unterschiedlichen Ländern und Regionen, unter anderem aus Neuseeland, aus dem Rhein und von der Insel Rab in Kroatien.

Bis zum 31. August ist die Ausstellung im Nordgarten zu sehen. Eventuell bleiben die Skulpturen für den Anfang der Kürbisausstellung erhalten. Danach geht der Sand zurück an die Firma Hubele aus Ludwigsburg, die das Sediment beschafft hat. Verwendet wird der Sand dann im Straßenbau oder zur Einbettung von Leitungen, durch die Strom, Wasser oder Gas fließt.

Begleitendes Programm zur Ausstellung:

– Siegerehrung der Künstler am 13. Juli
: Die Gewinner des Sandskulpturen-Wettbewerbs werden am Donnerstag, 13. Juli, von 10.30 Uhr an bei der Sand-Gastronomie geehrt.

Familienwettbewerb Sandkasten-Kunst am 30. Juli
Welche Familie kann es mit den professionellen Sandkünstlern aufnehmen? Familien treten gegeneinander an. Die besten Familien können etwas gewinnen.

– Sand-Gefühle am 6. August:
Sieben verschiedene Sandarten aus aller Welt können ertastet werden. Wer diese auch blind erkennt, kann kleine Sachpreise gewinnen.

Tröpfel-Burgen-Wettbewerb am 13. August
Wasser und Sand, zu einem Brei vermengen und dann Schicht für Schicht aus der Faust zu einer Burg werden lassen – das ist die Technik für eine Tröpfelburg. Die schönsten Matschburgen werden prämiert.

– Sand-Flaschen-Kunst selbst gestalten am 27. August:
Mit einem Trichter und buntem Sand in verschiedenen Farben werden schichtweise Sandflaschen gestaltet.

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