Außenminister Heiko Maas (SPD) Foto: Gestik

Deutschland unterstützte das Balkanland seit 2014 mit etwa 180 Millionen Euro. Die Europäische Union uberwies zudem 350 Millionen Euro in derselben Zeit. Außenminister Heiko Maas warnt: „Hilfe nicht zu früh beenden“

Pristina - 20 Jahre nach dem Eingreifen Deutschlands und seiner Nato-Partner in den Kosovo-Krieg hat die Bundesregierung angekündigt, die umfangreiche Finanzhilfe für das seit zehn Jahren unabhängige Land fortzusetzen. Außenminister Heiko Maas (SPD) sagte unserer Zeitung: „Wir wollen eine europäische Perspektive für den westlichen Balkan, damit auch für das Kosovo. Die Reformen, die dort vorangebracht worden sind, beeindrucken, und ich finde, dass man das anerkennen muss.“

Maas sagte, er halte es daher für falsch, wenn sich Deutschland oder die EU zu früh aus der Unterstützung zurückzögen, auch der finanziellen. „Sonst könnte in kürzester Zeit zusammenbrechen, was mühsam aufgebaut worden ist. Deshalb sind wir fest entschlossen – und das haben wir den kosovarischen Kollegen vergangene Woche so gesagt – an unserer Unterstützung festzuhalten.“

Die Bundesregierung hat zwischen 2014 und 2018 die Regierung im Kosovo insgesamt mit 179,33 Millionen Euro unterstützt, so das Auswärtige Amt. Das Geld sei in die Entwicklung der Infrastruktur, der Wirtschaft sowie in Reformen der Verwaltung und Justiz, aber auch in die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität geflossen.

Außer den direkten Zuwendungen aus Deutschland hat die Regierung des Kosovo zwischen 2014 und 2017 350,3 Millionen Euro von der EU erhalten. Für 2018 und 2019 hat die EU 295,3 Millionen Euro für das Land vorgesehen. Insgesamt machen die europäischen Finanzspritzen fast ein Drittel des kosovarischen Staatshaushaltes aus.

Im Juni 1999 beendete der Einmarsch der Nato den seit Februar 1998 anhaltenden Krieg um die Balkanregion. Das Eingreifen des Bündnisses im März 1999 stoppte Menschenrechtsverletzungen von Regierungsseite gegen die albanische Bevölkerungsmehrheit im damals serbischen Kosovo.

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