Das Büro Dasch Zürn hat im Gemeinderat ein Modell der neuen Aussegnungshalle für den Echterdinger Friedhof gezeigt. Foto: Natalie Kanter

Eine große Mehrheit gibt den Bau einer neuen Feierhalle auf dem Friedhof Echterdingen frei. Dem Technischen Dezernat wird allerdings eine Baukommission des Gemeinderats zur Seite gestellt.

Echterdingen - So weit war der Gemeinderat ziemlich genau vor Jahresfrist schon einmal. Am 5. November 2013 hatten die Kommunalpolitiker dem Umbau und der Erweiterung der Aussegnungshalle auf dem Echterdinger Friedhof zugestimmt. Passiert ist auf dem Friedhoch in dieser Angelegenheit in den vergangenen Monaten jedoch nichts – das Projekt hat, wie ausführlich berichtet, eine grundlegende Änderung erfahren: Am Dienstag hat nun der Gemeinderat dem Ersatz der alten durch eine neue Aussegnungshalle zugestimmt. Zähneknirschend akzeptierten die Stadträte dabei eine Kostensteigerung von 1,3 auf 1,9 Millionen Euro.

Für diese bereits in den Ausschüssen des Gemeinderats heftig kritisierte negative finanzielle Entwicklung hat sich die Erste Bürgermeisterin Eva Noller nun noch einmal in aller Form öffentlich entschuldigt. Verloren gegangenes Vertrauen will sie zurückgewinnen, indem sie die weitere Planungsphase für die Aussegnungshalle und die Bauzeit von einer Gemeinderatskommission begleiten lässt. Aufgabe dieser Runde ist es dann unter anderem, nach Möglichkeiten für Einsparungen Ausschau zu halten.

Gesamtkosten liegen bei 2,15 Millionen Euro

Insgesamt wird die Stadt Leinfelden-Echterdingen nach aktuellem Stand auf dem Friedhof circa 2,15 Millionen Euro investieren. Neben der neuen Aussegnungshalle, die nun mit 1,9 Millionen Euro veranschlagt ist, tragen die Verlegung des Wirtschaftshofs mit 100 000 und die Einrichtung von Kolumbarien mit 150 000 Euro zu dieser Summe bei.

Die neue Halle wird auf einem dunklen Belag errichtet. Sie soll barrierefrei zugänglich sein. Das Gebäude erhält gegenüber dem bisherigen Entwurf eine schlankere Form. An der südlichen Wand der Halle – zur Plieninger Straße hin – sollen fünf Nischen für jeweils 27 Kolumbarien entstehen. Die Fläche des bisherigen Werkhofs wird aufgefüllt und in den Platz integriert. Zierkirschen und eine Eibenhecke sollen den Standort einfassen.

SPD und LE-Bürger-/FDP kritisieren das Projekt

Harsche Kritik musste sich die Stadtverwaltung in der Sitzung noch einmal von der SPD und aus der LE-Bürger-/FDP-Fraktion gefallen lassen. Der Fraktionschef der Sozialdemokraten, Erich Klauser, bemängelte, dass zur Sitzplatzkapazität im Alt- und Neubau „unterschiedliche Zahlen kursieren“, aber keine in der Beschlussvorlage nachzulesen sei. Außerdem monierte er angesichts des Kostensprungs „den Umgang mit dem Geld. Wir können die Steigerung nicht mittragen“, sagte Klauser für die vierköpfige SPD-Fraktion. Judith Skudelny und Sabine Onayli (LE-Bürger/FDP) komplettieren die Riege der sechs Mandatsträger, die gegen den Neubau gestimmt haben. „Ich wüsste gern, was wir für unser Geld bekommen werden“, kritisierte Skudelny. Vor allem sei ihr Vertrauen in das Architekturbüro erschüttert. Noch immer sei nicht klar, „wo der Fehler für die Kostensteigerung eigentlich ist“.

Eindringlich bat Hans Huber, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, um ein Ja zum Neubau. Er verwies auf die seit mehr als 20 Jahre andauernde Diskussion. Zustimmung signalisierte CDU-Fraktionschef Bernd Stäbler. Ingrid Grischtschenko (Grüne) lobte insbesondere den geplanten Einsatz einer Baukommission.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: