Nicht nur der Kaffee ist beim Start-up Karacho Fair Trade und Öko – sondern auch die hippen Kartondosen. Foto: Karacho Cold Brew

Ein kleines Start-up aus Stuttgart setzt auf Nachhaltigkeit – von der Bohne bis zur Dose. Die Stuttgarter Kaffeebrüher sind dabei nicht die einzigen, die auf schlaue und umweltschonende Produkte vertrauen.

Stuttgart - Ein bisschen seltsam sieht sie schon aus, diese Dose aus Karton. „Karacho Cold Brew Coffee “ steht darauf und ihr Inhalt ist nicht etwa trocken und fest, sondern flüssiger, frisch gebrühter Fair Trade Kaffee. Das überraschende an der Kartondose: Sie steht herkömmlichen Dosen eigentlich in nichts nach. Mit dieser nachhaltigen Verpackung will das Stuttgarter Start-up Karacho beweisen: Unternehmerisches Denken lässt sich durchaus mit der ökologischer Verantwortung verbinden.

Nachhaltig von der Bohne bis zur Dose

Um wirklich zu gewährleisten, dass auch die Bohne ihres Fair-Trade Kaffees aus ökologischem Anbau mit fairen Arbeitsbedingungen und Löhnen stammt, ist Mitgründer Jonas Braun einmal um die Welt geflogen – auf der Suche nach einer kleinen, aber feinen Bio-Kaffeefarm. Fündig geworden ist er in Südindien: Auf der kleinen Kaffeefarm Elk Hill Coffee Farm wird seit 150 Jahren die schwarze Bohne nach ökologischen Kriterien angebaut.

Nach einer ersten Testphase wollte man bei Karacho aber noch weiter gehen – und auch bei der Verpackung nachhaltig sein. Deshalb werden hier die Sorten „Kokos“ und „Latte“ nur noch in schicken, umweltfreundlichen Pappdosen abgefüllt. „Wir haben lange nach einem passenden Hersteller gesucht. Oft muss man sich nämlich entscheiden zwischen: ökologisch korrekt oder sexy Look. Beides ist nicht leicht zu finden“, erinnert sich Ann-Sophie Claus von Karacho.

Ökologisch korrekt oder sexy Look?

Den jungen Unternehmern sei es extrem wichtig, auf Nachhaltigkeit zu achten, denn gerade in der Kaffeeindustrie spiele die für die meisten Unternehmen fast keine Rolle, so Claus. Das Start-up findet es gut, noch alles selbst bestimmen zu können – von der Bohne bis zur Dose. Ab dem 15. Mai gibt es den Fairtrade-Kaffee in der Pappdose dann auch deutschlandweit bei der Drogeriemarktkette DM zu kaufen. Denn mit ihrem Konzept liegen die Kaffeebrüher aus Stuttgart voll im Trend.

Mittlerweile stehen umweltschonende Verpackungen und Produkte ihren umweltschädlichen Vorbildern in fast nichts mehr nach. Wir haben einige der ausgefallensten Öko-Produkte und die Idee dahinter gesammelt:

Die Dose aus Pappe

Die sogenannte Cartocan besteht zu 60 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Im Vergleich zu den herkömmlichen PET-Dose ist die Kartondose nur halb so schwer und hält ungekühlt ihren Inhalt bis zu zwölf Monate frisch. Auch verursachen nachwachsende Rohstoffe, aus denen die Pappdose besteht, wesentlich weniger Treibhausgasemissionen als das Gewinnen von Aluminium, aus dem Konserven- und Getränkedosen hergestellt werden. Das Unternehmen ist zur Zeit das einzige in Europa, das diese Dosen produziert.

Der Bleibstift, der nachwächst

Neu pflanzen, statt wegwerfen – das haben sich Studenten am Massachusetts Institute of Technogoly (MIT), einer der weltweit führenden Elituniversitäten, zu Herzen genommen. Sie haben einen Bleistift entwickelt, den man nach seinem Ableben als kleiner Stummpf einfach in einen Blumentopf einpflanzt und reichlich gießt. Aus dem Bleistift „Sprout“ wachsen dann Kräuter wie Basilikum oder Salbei.

An jedem Bleistiftende ist eine wasserlösliche Samenkapsel eingearbeitet, die sich im Wasser auflöst und den Samen zum Keimen bringt. Auch das Blei im Sprout-Stift ist kein echtes Blei, sondern aus Graphit und Lehm. So kann man die daraus gewachsenen Kräuter bedenkenlos essen, der Stift selbst besteht aus Zedernholz, die Samen stammen aus ökologischem Anbau.

Das essbare Besteck

In keinem Land der Welt werden so viele Plastiklöffel und Gabel verbraucht wie in Indien. Der Unternehmer Narayana Peesapathy hat deshalb eine Alternative entwickelt: Essbares Besteck. Seine Firma Bakeys stellt essbare Löffel aus Hirse, Reis und Weizen her. Die Hauptzutat, Hirse benötig beim Anbau 60 mal weniger Wasser als beispielsweise Reis. Obendrein ist das Besteck frei von Farb- und Konservierungsstoffen und drei Jahre lang haltbar.

Der Teller aus den Blättern

Entdeckt hat sie der Firmengründer von „Leaf Republic“ auf einer Weltreise – die Schlingepflanze, aus der nun Teller entstehen. Denn dafür müssen weder Baum noch Pflanze gefällt werden. Die grünen Teller sind wasserdicht und bestehen zu hundert Prozent aus Blättern. Die praktischen Einwegteller des Start-up aus Taufkirchen sind dazu biologisch abbaubar und eignen sich hervorragend für spontane Grillabende.

Der Bambusbecher To Go

Mittlerweile weit verbreitet, bieten verschiedene Hersteller den Bambusbecher an. Die Idee dabei: Ein Becher, der oft wieder verwendet werden kann und die Flut von weggeworfenen Coffee to Go Bechern stoppt. Ganz nebenei besteht der Becher aus nachhaltigen und biologisch abbaubaren Rohstoffen wie Bambus, Mais oder Getreide und ist obendrein auch noch spülmaschinenfest.

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