Ärmere Familien tun sich zweifellos schwerer, die Kosten für Kinder zu stemmen. Für den Nachwuchs bedeutet das ungleiche Startchancen, meint Imelda Flaig.
Kinder sind eine Bereicherung, kosten aber ein Vermögen. Über die Jahre kommt da eine stattliche Summe zusammen.
Statistikern zufolge summieren sich die Ausgaben für ein Kind bis zum 18. Lebensjahr auf durchschnittlich 148 000 Euro. Mehrkosten für eine größere Wohnung oder den Verdienstausfall, wenn die Eltern ihre Arbeitszeit reduzieren, sind da noch nicht eingerechnet.
Sicher, das ist eine Durchschnittszahl, und je nach Einkommen variieren die Ausgaben. Fürs Familienbudget ist der sechsstellige Betrag aber allemal ein großer Batzen. Die Ausgaben, die weit über Essen und Kleidung hinausgehen, lassen sich nicht immer minimieren. Klar, wer sparen muss, kauft eben keine Markenklamotten oder teuren Sneakers, da müssen es eben auch günstigere T-Shirts und Schuhe tun. Doch so einfach das klingen mag, so leicht geht die Rechnung nicht auf.
Je älter der Nachwuchs, desto teurer wird es für die Eltern, nicht nur weil die Wünsche und Ansprüche zunehmen, sondern auch die Kostenbelastungen – etwa fürs Fahrrad, für Handy und Laptop oder den Schulausflug und die Klassenfahrt. Vom Taschengeld, der Geburtstagsparty oder dem Kinobesuch mit Freunden ganz zu schweigen. Dabeisein und Dazugehören ist für Kinder und Jugendliche enorm wichtig, egal wie dick oder dünn der Geldbeutel ist. Soziale Teilhabe heißt das im Fachjargon.
Auch Gesundheit und Bildung kosten
Wer aus einer Familie kommt, die nicht immer mit spitzem Bleistift rechnen muss, hat zweifellos bessere Karten. Wohlhabendere Eltern geben laut Statistik dreimal so viel für ihr Kind aus wie ärmere Familien – und dabei geht es nicht nur um Markenklamotten oder Freizeitvergnügen. Es geht auch um Ausgaben für Gesundheit und Bildung. Unter diesem Aspekt haben Kinder aus einkommensschwächeren Familien schlechtere Startchancen – trotz finanzieller Unterstützung vom Staat.
Eine wichtige Erkenntnis ist aber auch, dass Familienglück, Liebe und Zuneigung nicht vom Einkommen abhängen – auch wenn die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird.