Die Wege im Seracher Arboretum sind erneuert. Sie laden zum Entdecken exotischer Baumarten ein. Foto: Roberto Bulgrin

Neue Wege und Treppen laden Spaziergänger ins Arboretum in Esslingen-Serach ein. Lange war der historische Park marode, jetzt hat die Stadt einen großen Teil saniert.

Ein Schmuckstück im Norden Esslingens ist das Arboretum. Einen Teil des Parks mit der historischen Baumsammlung hat die Stadt Esslingen saniert. Das denkmalgeschützte Areal beim Seracher Schlössle gegenüber der Lazi-Akademie ist ein beliebtes Ziel für Wanderer. Vor dem Stadtjubiläum 2027 hat die Stadt Esslingen das Gelände hergerichtet. Allerdings gibt es noch einiges zu tun.

 

Ein Geheimtipp ist das Arboretum am Seracher Schlössle für Wanderer, die auf dem Esslinger Höhenweg oder zur Katharinenlinde unterwegs sind. Allerdings war die Anlage teilweise marode und hatte wenig Aufenthaltsqualität. Der Park neben dem Seracher Schloss hat Geschichte. 1828 kaufte Graf Alexander von Württemberg, der von 1801 bis 1844 lebte, das Landgut. Er war der Sohn von Herzog Wilhelm Friedrich, dem Bruder von König Friedrich I. von Württemberg. Auf dem Landgut verbrachte er die Sommermonate.

Die großen Lyriker versammelten sich einst in Esslingen

Neben seinem Amt als Offizier widmete er sich der Dichtkunst. Er dichtete nicht nur selbst, sondern scharte auch bekannte Zeitgenossen um sich. Ludwig Uhland, Nikolaus Lenau, Emma Niendorf, Gustav Schwab, Justinus Kerner, Hermann Kurz, Karl Mayer und viele andere trafen sich im Park und tauschten sich über Dichtkunst aus. Eine Tafel erinnert an sie.

Das Arboretum im Esslinger Norden hat eine lange Geschichte. Foto: Roberto Bulgrin

Zum wertvollen Baumbestand des Parks gehören Blutbuche, Stieleiche, Mammutbäume aus Nordamerika und viele mehr. Mit den Jahren waren die Wege ausgetreten und die Anlage in teilweise schlechtem Zustand. Nun hat die Stadt einen Teil des Parks wieder zum Leben erweckt. Was wurde gemacht? „Konkret wurde der Sitzplatz wieder hergestellt“, sagt Isabelle Butschek von der Pressestelle der Stadt Esslingen. „Außerdem wurde der Hauptweg durch das Arboretum saniert: Der Asphalt wurde entfernt und durch einen wasserdurchlässigen Belag ersetzt.“

Eine Treppenanlage aus den 1960er- und frühen 70er-Jahren wurde abgebrochen. Die Stufen wurden bei der Instandsetzung eines kleinen, historischen Weges im westlichen Teil des Arboretums wiederverwendet. „Dieser Weg war teilweise zugewachsen und in schlechtem Zustand“, blickt Isabelle Butschek zurück. „Schließlich wurde der alte Baumbestand behutsam gepflegt.“ Das ist besonders wichtig, um die Raritäten in dem kleinen Park zu erhalten.

Bänke laden Spaziergänger im Arboretum zum Entspannen ein. Foto: Roberto Bulgrin

Wird das Arboretum weiter saniert?

Ziel dieser Maßnahmen war und ist es nach den Worten der Pressesprecherin, „das Gelände wieder in Richtung seines Originalzustands zu entwickeln: als eher offener Landschaftsgarten aus dem 19. Jahrhundert mit Sichtachsen ins Tal.“ Im aktuellen Haushalt sind Mittel eingeplant für die nächsten Schritte, die dieses Jahr erfolgen sollen. Angesichts der Haushaltslage der Stadt Esslingen ist derzeit aber noch unklar, ob diese genehmigt werden.

Einige Aufgaben stehen noch an, damit der Park für die Öffentlichkeit wieder attraktiver wird und Aufenthaltsqualität gewinnt. Unter anderem soll die Beschilderung erneuert und der Eingangsbereich am Schlösslesweg saniert werden. Zudem soll die Treppe instandgesetzt werden, bei der es sich um eine originale Natursteintreppe handelt.

Info: Das Grünflächenamt bietet regelmäßig Führungen im Arboretum an. Termine unter Telefon: 0711 / 35 12-26 86 oder per E-Mail an: Gruenflaechenamt@esslingen.de