Inmitten des schwäbischen Streuobstparadieses am Albtrauf liegt das Freilichtmuseum Beuren. Foto: Freilichtmuseum Beuren/Reiner Enkelmann

Die Saison bescherte dem Museum für ländliche Kultur des Landkreises Esslingen einen Besucherrekord. Die Vorbereitungen auf das nächste Jahr laufen bereits auf Hochtouren.

Das Ziel von 70 000 Besuchern wurde deutlich übertroffen: Von Ende März bis Anfang November waren 88 165 Menschen zu Gast im Freilichtmuseum in Beurenlaut der neuen Museumsleiterin Petra Naumann „so viele wie noch nie seit der Eröffnung“ im Jahr 1995. An dieses Rekordergebnis in der kommenden Saison anzuknüpfen, sei eine Herausforderung, räumte sie bei ihrer Rückschau im Kulturausschuss des Esslinger Kreistages ein.

 

Vor allem Familien mit kleinen Kindern, die wichtigste Zielgruppe, zog es in dieser Saison ins Museumsdorf am Fuß der Schwäbischen Alb. Der neue Themenspielplatz habe daran großen Anteil. Allein zu dessen Eröffnung samt Verabschiedung der langjährigen Museumsleiterin Steffi Cornelius zählte man 4824 Besucher, berichtet Naumann. Aber auch neu konzipierte Angebote wie die „Spiel- und Spaß-Sonntage“ sowie traditionelle Feste wie die „Schäfertage“, das „Brot.Zeit.Fest“ und das „Moschtfescht“ hätten großen Anklang gefunden.

Neben dem Gastronomiebetrieb war auch noch der Depotumzug zu stemmen

Dabei war der Saisonstart alles andere als ideal, weil der Pächter der Museumsgastronomie kurzfristig abgesprungen war. Mit Luise Rohner und Emre Demiryüleyen hatten zwei „alte Bekannte“ die Versorgungslücke geschlossen – aber nur für drei Monate. Von August bis November stemmte schließlich ein Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen den Betrieb des Museumscafés in Eigenregie. Es sei zwar gelungen, die zahlreichen Gäste mit Kaffee, Kuchen, Getränken und Snacks zu versorgen, zieht Naumann ein Fazit. Aber es sei doch eine sehr anstrengende Zeit gewesen – nicht zuletzt auch, weil man „nebenher“ noch den Umzug des Sammlungsbestandes aus den einstigen Bundeswehrbunkern in neue Depots zum Abschluss bringen musste.

Petra Neumann leitet seit März dieses Jahres das Freilichtmuseum Beuren. Foto: Janina Willrich

Deshalb lautet das erklärte Ziel: Zum Start in die kommende Saison soll es wieder eine Gastronomie durch einen externen Anbieter geben, kündigt Naumann an. „Das ist auch in unserem eigenen Interesse.“ Man sei derzeit intensiv auf der Suche nach einem professionellen Gastwirt, verfolge aber auch ein inklusives Modell. „Wir tun unser Bestes“, versichert die Museumsleiterin und zeigt sich zuversichtlich, eine passende Lösung zu finden.

Freilichtmuseum überarbeitet einzelne Formate – zum Beispiel das Oldtimertreffen

Auch inhaltlich laufen die Vorbereitungen für das nächste Jahr auf Hochtouren. Eines der Leitthemen bleibt laut Naumann der Erhalt der Kulturlandschaft und Sortenvielfalt mit eine Reihe von Vermittlungsangeboten, Schwerpunktveranstaltungen sowie der darauf abgestimmten Bewirtschaftung der Gärten und Äcker im Museumsdorf. Das mit dem Pflanzenzüchter Jan Sneyd durchgeführte Projekt „Aus dem Freilichtmuseum in die Gendatenbank“ soll ebenso fortgeführt werden wie die Aktionen der elf ehrenamtlichen Teams des inzwischen 3700 Mitglieder zählenden Fördervereins.

Es wird sich aber auch etwas ändern. „Einzelne Formate werden für die Saison 2026 konzeptionell überarbeitet, um neue Impulse zu setzten“, teilt Naumann mit. Das alle zwei Jahre organisierte Oldtimertreffen zum Beispiel. Nein, es stehe nicht auf der Kippe, beteuert die Museumsleiterin. „Das ist eine unserer besucherstärksten Veranstaltungen.“ Es sei in der bisherigen Form aber nicht mehr zeitgemäß, findet sie. Zudem falle im nächsten Jahr die 50-Prozent-Förderung für die Veranstaltung weg. „Wir sind am Überlegen, wie wir das Thema neu aufgreifen können.“

Überhaupt: Petra Naumann und ihr Team machen sich viele Gedanken darüber, wie sie das Museum für ländliche Kultur des Kreises Esslingen in die Zukunft führen können. So will man im nächsten Jahr ein Leitbild erarbeiten und die Museumskonzeption fortschreiben.