Im Wildpark Tripsdrill haben sich auch einige Storchenpaare angesiedelt – die in dem Gelände zum Teil frei herumlaufen. Foto: factum/Weise

Wildpark und Freizeitpark: zwei scheinbare Gegensätze, und doch ist es genau das Konzept, das Tripsdrill seit Jahren verfolgt. Neben Fahrgeschäften und Ausstellungen gibt es ein paar Meter weiter ein Areal, in dem Natur pur geboten wird.

Cleebronn - Schwaben Anno 1880 – das ist das Motto des Freizeitparks Tripsdrill. Eine Mischung aus Fahrgeschäften und historischen Ausstellungen machen den schwäbischen Park aus. „Wir legen Wert darauf, dass alles authentisch aussieht“, sagt Birger Meierjohann von der Pressestelle. Der Eingang zum Park führt über die Dorfstraße, eine Nachbildung von alten Fachwerkbauten und Sandsteinhäusern. Links um die Ecke findet sich auch das Herzstück des Parks: Die Altweibermühle mit einer Rutsche, die Frauen wieder jünger machen soll. Mit dieser Mühle und Rutsche begann die Geschichte des Parks 1929. Seitdem sind um die 100 Attraktionen hinzugekommen.Sowohl für kleinere Kinder, als auch für Schulkinderund Jugendliche. Aber auch die Eltern und Großeltern sollen im Park unterhalten werden.

Bis zu 100 Kilometer in der Stunde

Für kleinere Kinder gibt es Attraktionen wie das Seifenkistenrennen, die Moggelesbahn und den Murmelturm, den die Kinder zum Teil sogar ohne Eltern nutzen können. Für die Älteren steht seit letztem Jahr eine neue Attraktion: Der Höhenflug. In 20 Meter Höhe können die Fahrgäste entweder gemächlich im Kreis fahren oder auch in der Luft wilde Überschläge machen.

Wild sind auch die Achterbahnen Mammut und Karacho, letztere kann bis zu 100 Kilometer in der Stunde schnell werden. Etwas ruhiger geht es bei den Fahrten in den Suppenschüsseln, im Waschzuber oder auf den Karussells zu. An heißen Tagen für Abkühlung sorgen hingegen spezielle Wasserattraktionen wie die Fahrt in der Badewanne. Schatten spenden auch die Ausstellungen zu alten Spielsachen, zum Weinbau oder zu historischen Sägewerken.

Direkt neben dem Freizeitpark, und im Eintrittspreis für den Park inbegriffen, ist eine Wildtieranlage. Schon am Eingang kommen einem Hirsche entgegen. Viele Besucher würden Hirsche und Rehe verwechseln, sagt Meierjohann. Schilder am Weg sollen denn Irrtum aufklären: „Das Reh ist nicht die Frau vom Hirsch. Das ist die Hirschkuh“, steht da. Und weiter: „Der Mann des Rehs heißt Rehbock.“ Etwa 40 Hirsche sowie deren Jungtiere laufen in dem Gehege herum. Und sie lassen sich auch mit dem Futter des Tierparks anlocken. „Morgens klappt das Füttern eher als nachmittags“, sagt Meierjohann. „Gegen später sind die Tiere meist schon satt.“

Drei Stunden für einen Rundgang

Ein paar Schritte weiter kommt man zu den Greifvögeln: Andenkondor, Geier, Bussarde, Weißkopfadler. Bei Hitze sitzen die Tiere allerdings im Schatten, wer sie besuchen möchte, muss genau hinsehen – oder zu einer der Flugvorführungen und Fütterungen gehen. Zweimal am Tag finden diese, außer freitags, statt. Gefüttert werden die Raubvögel mit Eintagsküken, Futterratten oder Mäusen. Ebenfalls beim Fressen zuschauen kann man den großen Tieren wie Bären, Wölfen und Luchsen. Wer genau hinschaut: Am Froschsee gibt es neben Fröschen auch Schildkröten und Eidechsen. „Wir wollen hier nicht nur Tiere zeigen, sondern die Kinder und Erwachsenen auch an die Natur heranführen“, sagt Meierjohann. Bei Kindern funktioniere das am einfachsten auf spielerische Weise. Auf dem Walderlebnispfad können die Kinder etwa raten, auf welcher Höhe des Baumes welches Tier lebt, wie man feststellt, wie alt ein Baum ist und wer weiter springt – Mensch oder Tier?

Rund drei Stunden Zeit sollte man sich für eine Runde in dem Wildparadies nehmen. Durchatmen kann man zwischendurch in der urigen Gaststube, oder draußen auf dem Grillplatz, wo es Stockbrot und rote Würste gibt. Seit einigen Jahren kann man in Tripsdrill auch übernachten: In einem Baumhaus auf Stelzen im Wald oder in einem Schäferwagen vor der Koppel mit Mini-Schafen und Eseln. Der Eintritt in den Erlebnispark und in den Wildtierpark ist für Übernachtungsgäste an allen Aufenthaltstagen inklusive.

Ein Ort und zwei Parks

Parken
Es gibt einen kostenlosen Parkplatz mit rund 4000 Stellplätzen direkt am Freizeitpark und am Wildtierpark.

Kosten
Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahren zahlen zwischen 27 und 31,50 Euro Eintritt in den Erlebnispark, jüngere Kinder 27 Euro, Kinder unter vier Jahren zahlen nichts. Es gibt die Möglichkeit, Pässe für mehrere Tage oder einen Jahrespass für 365 Tage zu erwerben. Der Eintritt in den Wildpark ist inbegriffen. Wer nur den Wildpark sehen möchte, zahlt 11 Euro pro erwachsener Person und Kind ab 12 Jahren. Kinder bis vier Jahre sind kostenfrei, zwischen vier und zwölf Jahren kostet es 7,50 Euro.

Öffnungszeiten
Der Freizeitpark ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, im Wildpark ist der letzte Einlass um 18 Uhr.

Fütterungen
Die Raubvögel fliegen täglich um 11 Uhr und um 15.30 Uhr. Die großen Tiere werden um 14 Uhr gefüttert.

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