Abschied in Untertürkheim Den Wandel in der Auschule gestaltet

Von Mathias Kuhn 

Noch sind es nur wenige Tage: Am Ende des Schuljahres geht Tamara Grupp in den Ruhestand. In den 25 Jahren, die sie in der Auschule arbeitete, hat die Rektorin die Förderschule entscheidend geprägt.

Noch am Schreibtisch: Auschul-Rektorin Tamara Grupp geht in Ruhestand.Foto:  

Untertürkheim - Noch muss Tamara Grupp Beurteilungen schreiben und Elterngespräche führen, aber sie hat auch schon begonnen, ein paar Dinge aus den Schränken zu räumen. Nach einem Vierteljahrhundert in der Auschule geht sie Ende des Schuljahres in den Ruhestand. „Der Abschied schmerzt, auch wenn man sich schon lange gefreut hat“, gesteht sie. Die Schule nahm viel Zeit ihres Lebens ein. Seit 1977 ist die heute 64-Jährige im Schuldienst, seit 1993 arbeitet sie in der Auschule. „Ich war in der Zeit zwar zweimal in andere Schulen abgeordnet, aber ich bin immer wieder hierher zurückgekommen – und zwar sehr gerne.“ Im vergangenen Vierteljahrhundert hat sie die Förderschule, die genau an der Grenze zwischen Ober- und Untertürkheim liegt, entscheidend mitgestaltet. Vor allem, nachdem sie 2008 die Stelle als Rektorin übernommen hatte.

Rund 60 Schüler

Die Herausforderungen waren unterschiedlicher Natur. Immer wieder hat sie für bauliche Verbesserungen des in die Jahre gekommenen Schulhauses, des Pausenhofs und der Turnhalle gekämpft und die Änderungen auch erreicht. In den vergangenen fünf Jahren galt es dann noch die Inklusion entsprechend den Vorgaben umzusetzen. Die Eltern können sich entscheiden, ob ihr Kind im sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum in der Auschule betreut wird, oder ob es den Unterricht in einer Grund- oder weiterführenden Schule besucht und dann im Klassenzimmer von einem Sonderpädagogen der Auschule begleitet wird. Der Aufwand ist enorm. In Grupps Zimmer hängen Tafeln mit den Stundenplänen der Lehrer. „Viele Kolleginnen und Kollegen sind nur noch selten in unseren Räumen, dennoch müssen wir mit dem kleineren Lehrkörper den normalen Schulbetrieb aufrecht erhalten“, erklärt Grupp. Immerhin besuchen zwischen 60 und 65 Schülerinnen und Schüler die Auschule. Zudem sind noch zwei Vorbereitungsklassen der Wilhelmsschule auf dem Gelände der Au­schule untergebracht. Ihre Rektorenstelle wird dennoch vorerst nur kommissarisch von ihrer Stellvertreterin Almuth Scholl-Sturm besetzt. Das liege daran, dass die Stadt ein Konzept erarbeiten will, mit dem die elf Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren in vier Organisationseinheiten umgewandelt werden sollen.

Auf ihre Zeit in der Auschule blickt Grupp mit Freude zurück. „Es hat alles gepasst. Wir haben ein nettes Kollegium, tolle außerschulische Partner und ein Netzwerk in Untertürkheim und Obertürkheim, das uns immer unterstützt hat“, sagt Grupp. Sie freut sich jetzt darauf, ihre musische Seite – das Malen, Lesen, Klavierspielen und die Kalligrafie – wieder mehr ausleben zu können. „Aber mir werden die Kollegen und Schüler schon auch fehlen“, gesteht sie.