Bei der Entscheidung für eine Ausbildung sprechen viele mit. Die Eltern von künftigen Azubis sollen noch besser informiert werden. Dazu starten das Wirtschaftsministerium und die IHK eine Kampagne. Foto: dpa

Die erfolgreiche Initiative der Ausbildungsbotschafter im Südwesten wird ausgebaut. Auf einem neuen Internetportal sollen sich vor allem Eltern über Ausbildungswege informieren – damit sie ihren Nachwuchs fundiert beraten können.

Stuttgart - Studieren oder erst mal in die Lehre? Wenn junge Männer und Frauen nach der Schule vor dieser Entscheidung stehen, haben die Eltern oft ein gewichtiges Wort mitzureden. Das kann, muss aber nicht im Sinne des „Kindes“ sein. Schwierig wird es dann, wenn die Eltern pauschal und ohne genaue Kenntnis der Alternativen zum Studium raten.

Damit die Kinder die Perspektiven kennen, die ihnen 400 verschiedenen Ausbildungsberufe bieten, gibt es vielfältige Informationsangebote, etwa Berater bei den IHKs, Handwerkskammern und Arbeitsagenturen, aber auch das neue Unterrichtsfach Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung an allen Schulen im Südwesten.

Seit sieben Jahren engagieren sich auch Azubis selbst als Botschafter für die Berufsausbildung. Sie berichten an Schulen aus erster Hand von ihrem beruflichen Alltag und werben auf diesem Wege dafür. Seit 2011 wurden gut 4000 Ausbildungsbotschafter aus mehr als 200 Berufen dafür geschult. Das Programm wurde gerade bis 2020 verlängert. Außerdem gibt es Senior-Botschafter, die mit einer Ausbildung ihre Karriere begonnen haben und auf Elternabenden über ihren Berufsweg sprechen.

7600 Ausbildungsplätze sind unbesetzt geblieben

Diese erfolgreichen Initiativen werden nun von der Kampagne „Ja zur Ausbildung“ ergänzt. Sie soll dazu beitragen, über die Information der Eltern mehr Jugendliche für eine Berufsausbildung zu gewinnen. „Angesichts von zuletzt mehr als 7600 unbesetzten Ausbildungsplätzen muss jeder erdenkliche Beitrag zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses unserer Betriebe in Baden-Württemberg geleistet werden“, erklärte IHK-Präsidentin Marjoke Breuning in Stuttgart. „Wir brauchen mehr Jugendliche, die sich für eine Berufsausbildung entscheiden“, sagte CDU-Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. „Eine Berufsausbildung ist eine hervorragende Grundlage für einen erfolgreichen Berufsweg und Grund für Eltern, stolz auf ihre Kinder zu sein“, so die Ministerin.

Die gemeinsame Initiative des Wirtschaftsministeriums, der IHK und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit ist zunächst auf zwei Jahre angelegt und kostet 380 000 Euro. Kern der Kampagne ist die Internet-Seite www.ja-zur-ausbildung.de. Eltern erhalten darauf Hinweise, wie sie ihren Kindern bei der Berufswahl helfen können. Das Portal wird ergänzt durch Videoclips und Kinospots, Plakate, Facebook- und Instagram-Auftritte sowie einen YouTube-Kanal.

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