Die Rathauschefs Roland Klenk (2.v.l.) und Christoph Traub (2.v.r.) sowie die Wirtschaftsförderer Patrick Rapp (links) und Angelika Goldak ziehen in Sachen Ausbildungsförderung an einem Strang Foto: Natalie Kanter

Bei der „Börse deiner Zukunft“ werden sich am Dienstag knapp 90 Firmen und Institutionen 1200 Schülern in der Leinfeldener Filderhalle präsentieren.

Filder - Die Jugend träumt lieber von einer Zukunft in den Medien, als sich als Fachkraft für Lagerlogistik bei einem Experten für Drucklufttechnik oder in einem Handwerksbetrieb zu bewerben. „Gerade Mittelständler suchen aber händeringend nach guten Leuten“, sagt Patrick Rapp, der Filderstädter Wirtschaftsförderer. Eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit zählt unter den Top 10 der unbesetzten Ausbildungsstellen den Koch, die Friseurin oder auch die Bäckerei-Fachverkäuferin auf. „Es gibt viel mehr Ausbildungsplätze als Schüler, die sich dafür interessieren“, fasst Angelika Goldak, Wirtschaftsförderin der Stadt Leinfelden-Echterdingen zusammen.

Der Anlass: Leinfelden-Echterdingen und Filderstadt veranstalten gemeinsam mit anderen Partnern am Dienstag, 20. Oktober, bereits zum zwölften Mal die Ausstellungsmesse „Börse deiner Zukunft“.

Junge Menschen und Unternehmen aus den beiden Kommunen kommen in der Filderhalle zusammen. Auch Firmen aus Neuhausen und Stuttgart stellen aus. Jugendliche erhalten Einblick in Berufe, die sie bisher bei ihrer Suche nach dem richtigen Beruf nicht auf dem Schirm hatten. „Sie können dort Dinge erleben und anfassen, die sie sonst nur aus Broschüren kennen“, sagt Christoph Traub, der neue Oberbürgermeister von Filderstadt. Kontakte für ein Praktikum können geknüpft werden. Die Firmen haben die Chance, guten Nachwuchs zu gewinnen.

Schüler und Azubis als Botschafter

Beide Städte geben für diese Plattform jeweils 15 000 Euro aus. Eine Summe, über deren Sinn und Zweck die Stadträte beider Kommunen noch nie diskutiert haben sollen. Neu in diesem Jahr: Schüler, Lehrer und Unternehmensvertreter haben sich im Vorfeld Gedanken gemacht, wie die Kontaktbörse noch zu verbessern ist.

Die Flyer wurden daraufhin überarbeitet. Der Inhalt der Flugblätter ist nun nach Ausbildungsberufen gegliedert. Das Logo der Veranstaltung wurde aufgepeppt. Wegweiser und Übersichtspläne sollen auf der Messe selbst für mehr Orientierung sorgen.

Schüler und Auszubildende treten als sogenannte Botschafter der „Börse deiner Zukunft“ auf. In den Schulen zeigen sie auf, wie man sich am besten auf die Ausbildungsmesse vorbereitet. In der Filderhalle werden sie den Besuchern dann in Fragen der Orientierung weiterhelfen.

1200 Jugendliche aus allen weiterführenden Schulen, darunter 500 Gymnasiasten haben sich in diesem Jahr für die Börse deiner Zukunft angemeldet. 89 Unternehmen und Institutionen aus dem handwerklichen, kaufmännischen, sozialen und gewerblichen Bereich stellen aus. Junge Menschen , die sich für duale Studiengänge oder den Bundesfreiwilligendienst interessieren, werden dort auch fündig.

Obwohl zum ersten Mal auch der kleine Saal der Veranstaltungshalle mit belegt wird, sind nun die Kapazitätsgrenzen für diese Veranstaltung erreicht. „Das Baby von einst ist groß geworden“, sagt Roland Klenk, der Oberbürgermeister von Leinfelden-Echterdingen. „Fast schon etwas zu groß.“ Und setzt nach: „Noch aber schaffen wir es.“ Schließlich habe die Messe, die es bereits seit 2002 gibt, ihren Sinn gewiss noch nicht verloren.