Franz geht noch zur Schule. Bei Siemens lässt er sich von einer Studentin ein modulares Produktionssystem erklären. Foto: lem

Beim Tag der Ausbildung bei Siemens konnten sich potenzielle Bewerber informieren.

Weilimdorf - Schüler aus der Region Stuttgart haben sich vergangene Woche beim Tag der Ausbildung in der Siemens-Niederlassung in Weilimdorf über Möglichkeiten der Berufsausbildung bei dem Technologiekonzern informiert. „Uns ist wichtig, dass wir die jungen Leute nicht nur auf Messen empfangen können, sondern auch vor Ort bei uns“, sagte Karl-Hans Brugger, der Ausbildungsleiter für Baden-Württemberg. „Wir wollen Interessenten konkret in Verbindung bringen mit dem, was wir hier tun.“ Jedes Jahr bilde Siemens in der Vertriebsregion Südwest etwa 300 junge Leute aus. Rund zwei Drittel von ihnen sind Lehrlinge, der Rest kommt von dualen Hochschulen. Der Anteil der Studierenden hat laut Brugger im Laufe der vergangenen Jahre stetig zugenommen, denn auch das Anforderungsprofil werde immer anspruchsvoller. Und auch der Frauenanteil vergrößere sich zusehends. Bei Technikberufen liege der Anteil inzwischen bei rund 15 Prozent.

Beim Tag der Ausbildung, den Siemens zum dritten Mal durchgeführt hat, wurden sowohl technische als auch kaufmännische Ausbildungs- und Studiengänge vorgestellt. Der größte Anteil der Ausbildungsstellen, die für 2015 besetzt werden, sind jedoch technische Berufe wie Elektrotechniker, Informatiker, Elektroniker oder auch Wirtschaftsingenieure. „Wer heute Technik wählt, wählt richtig“, sagt Karl-Hans Brugger. Die Übernahmequote der technischen Lehrlinge und Studierenden betrage fast 100 Prozent. „Im Bereich der Wirtschaft ist es etwas schwieriger, aber auch da finden wir Lösungen.“ Von den Absolventen werde allerdings erwartet, dass sie mobil seien und bereit, weltweit an den Siemensstandorten eine Stelle anzutreten. „Aber wer mobil ist, der findet was bei uns.“

Eignungstest für alle

Für Siemens ist der Tag der Ausbildung wichtig, um Nachwuchskräfte auf sich aufmerksam zu machen. „Der Kampf um Talente wird von Jahr zu Jahr schwieriger“, sagt Brugger. Um einfacher mit den Bewerbern in Kontakt treten zu können, habe Siemens ein neues Onlineverfahren gestartet. Den psychologischen Eignungstest kann nun jeder von zuhause an seinem Computer machen und nicht wie bis vor kurzem nur jene, die von Siemens aufgrund ihres guten Zeugnisses eingeladen wurden. „Früher haben allein die Noten entschieden, ob jemand weiterkommt. Heute kann man auch mit einem guten Eignungstest eingeladen werden“, erklärt Brugger den Vorteil des Verfahrens.

Doch auch schon vor der Bewerbung, wenn es darum geht, die richtige Sparte zu finden, tritt Siemens mit den potenziellen Bewerbern in Kontakt. Unter www.siemens.de/jona können Schulabgänger anonym eintragen, wo ihre Fähigkeiten liegen und was sie sich von einem Beruf wünschen. Je nach Angaben wird ihnen am Ende vorgeschlagen, welcher Ausbildungsweg zu ihnen passen könnte. „Man kann aber auch bei Siemens anrufen und konkrete Fragen stellen“, sagte Christina Hees, die für das Bewerbermarketing zuständig ist. Um zu testen, ob ein Beruf wirklich der richtige sein könnte, empfiehlt sie vorab ein Praktikum in der entsprechenden Branche. Geht es dann tatsächlich ans Bewerben, empfiehlt Hees einen Blick auf die Siemens-Internetseite, wo Tipps und Tricks nachzulesen sind. Einen Hinweis gab sie den Schülern direkt mit: „Legt euch seriöse E-Mail-Adressen zu.“ „Sexy.hip.hop.queen“, „golden-playboy“ oder „scharfer-hase“ hätten bei einer Bewerbung nichts verloren. „Das hat es alles schon gegeben“, sagte Hees lachend.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: