EnBW-Chef Frank Mastiaux (l.) und Landesverkehrsminister Winfried Hermann an einer Schnellladesäule Foto: Caroline Holowiecki

Das Land und die EnBW machen in puncto E-Mobilität gemeinsame Sache. In den kommenden Monaten sollen 16 neue urbane Schnellladeparks in 15 Innenstädten entstehen. Der Startschuss für das Pilotprojekt fiel nun in Stuttgart-Fasanenhof.

Fasanenhof - Etwa 30 000 Elektroautos kurven aktuell durch Baden-Württemberg, deutschlandweit sind um die 250 000 E-Mobile angemeldet. Da muss noch eine ordentliche Schippe draufgelegt werden, wenn das Ziel erreicht werden soll, dass sich die Bundesregierung gesteckt hat. Bis 2030 sollen nach ihrem Willen bis zu zehn Millionen Elektrofahrzeuge in Deutschland zugelassen sein, und Baden-Württemberg will ein Fünftel dazu beitragen.

„Davon sind wir weit entfernt“, musste der Landesverkehrsminister Winfried Hermann am Donnerstag eingestehen. Für viele potenzielle Käufer ein Hemmschuh: die schlechte Ladeinfrastruktur. Dabei ist Baden-Württemberg hier sogar Vorreiter. Seit dem vergangenen Jahr werden flächendeckend alle zehn Kilometer eine herkömmliche Ladesäule und alle 20 Kilometer eine Schnellladevorrichtung garantiert.

Nach fünf Minuten Laden komme man wieder 100 Kilometer weit

Es soll besser werden. Am Donnerstag fiel auf dem Fasanenhof am Hauptquartier der EnBW der Startschuss für ein neues Projekt. Unter dem Namen „Urbane Schnelllade-Parks in Baden-Württemberg“ baut die das Energieunternehmen an 16 Pilotstandorten in 15 Städten öffentliche Schnelllade-Parks für Elektrofahrzeuge. Nicht irgendwo auf der grünen Wiese, sondern sehr zentral in den Innenstädten. Mehr als neun Millionen Euro soll das Ganze laut dem EnBW-Projektleiter Felix Teufel kosten, vom Land gab es nun einen Förderbescheid über drei Millionen Euro.

Bis zu zwölf Lade-Parkplätze rund um die maximal sechs Säulen sollen Autofahrer je Standort vorfinden, um ihre Elektromobile mit einer Ladeleistung von bis zu 300 Kilowatt mit Strom zu betanken. Allerdings hängt die Dauer des Ladevorgangs nicht nur von der Säule, sondern auch vom Fahrzeug ab. Nicht alle Modelle können die schnelle Leistung abrufen. Für diejenigen, die es können, gelte aber: „Aus Stunden werden Minuten“, versprach der EnBW-Chef Frank Mastiaux. Nach einem fünfminütigen Ladevorgang komme man wieder 100 Kilometer weit. Wie das Ganze aussehen und funktionieren wird, kann man sich schon jetzt an der EnBW-City an der Schelmenwasenstraße auf dem Fasanenhof anschauen. Seit diesem Jahr gibt es dort öffentliche Schnellladesäulen.

Die EnBW investiert Millionen in den Ausbau

Der Aufbau soll zügig vonstattengehen. Starten will man in Stuttgart mit zwei Ladestandorten: einem an der Keplerstraße am Innenstadtcampus der Uni und dem anderen im Rotebühlhof. Der Standort Keplerstraße soll bereits am 10. September in Betrieb genommen werden. Ebenfalls mit je einem urbanen Schnelllade-Park bedacht werden Karlsruhe, Mannheim, Freiburg, Heidelberg, Ulm, Heilbronn, Pforzheim, Esslingen, Reutlingen, Esslingen, Ludwigsburg, Konstanz, Sindelfingen und Friedrichshafen, und zwar jeweils sehr zentral im Innenstadtraum. Noch in diesem Jahr soll die Hälfte davon fertig werden, der Rest soll im Jahr 2021 installiert werden.

Bei den 16 neuen Schnelllade-Hubs soll es nicht bleiben. Schon jetzt betreibe die EnBW bundesweit 350 Schnellladestandorte, bis Ende des Jahres sollen daraus 800 geworden sein. Dafür werde viel Geld in die Hand genommen. Laut Frank Mastiaux fließen pro Jahr 100 Millionen Euro in die neuen Standorte und noch einmal 100 Millionen Euro in den Bau der nötigen Infrastruktur, sprich: die Kabel.

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