Wie geht es weiter im staugeplagten Kreis Böblingen? Foto: dpa

Im Streit mit der Landesregierung um die Baufirma Deges sieht der Böblinger Landrat Roland Bernhard Auswirkungen auf andere Projekte.

Verkehr - Wenn sich beim Ausbau der Autobahn 81 etwas verzögert, dann hätte dies auch Auswirkungen auf den Lückenschluss von B 295/B 464. Darauf machte der Böblinger Landrat Roland Bernhard in der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses des Kreistags aufmerksam.

„Bei dem sechs Jahre dauernden Ausbau der Autobahn darf darum nicht viel schiefgehen“, sagte Bernhard. Und der Bau des Lückenschlusses könne eben erst beginnen, wenn die Autobahn fertig ist – frühestens 2026. Anlass ist der Streit des Landrats mit der Landesregierung. Im Januar war bekannt geworden, dass das Verkehrsministerium den Autobahnausbau der „Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und Baugesellschaft“ (Deges) übertragen wolle und nicht mehr vom eigenen Regierungspräsidium ausführen lassen will. „Wir wissen gar nicht, wer diese Deges ist und wer dort unsere Ansprechpartner sind“, erklärte Bernhard.

Verkehrsministerium weist Kritik zurück

Uwe Lahl, der Amtschef des Verkehrsministeriums, wies diese Kritik im Gespräch mit unserer Zeitung erneut zurück. Mitarbeiter der baden-württembergischen Straßenbauverwaltung, die bereits Autobahnprojekte bearbeiten, werden Anfang 2021 zur Deges wechseln. „Das Ministerium unterstützt diesen Prozess, um das Know-how im Fernstraßenbereich zu erhalten“, sagt Lahl, „für die Frage der Ansprechpartner sollte es daher eine gute Lösung geben“.

Auch bedeute der Wechsel keine Verzögerung für den Ausbau der A 81 bei Böblingen. „Der jetzige Übergang einiger Projekte soll verhindern, dass diese Anfang 2021 in einen Projektstau geraten. Daher ist die jetzige Übertragung vorausschauend gedacht“, erklärte der Ministerialdirektor. Dass sich künftig eine zentrale Fernstraßenverwaltung um die Autobahnen kümmert, sei keine Idee des Landes gewesen. Der Bundestag hatte das 2017 beschlossen.

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