Der Orientteppich ist wieder da: in neuer Aufmachung und knalligen Farben als Trendobjekt.
Stuttgart - Der Orientteppich ist wieder da: in neuer Aufmachung als Trendobjekt. "Globalität wurde immer wieder gezeigt - erst Asien, dann Afrika. Jetzt kommt das Multi-Ethnische", sagt die Trendexpertin Gabriela Kaiser, die die neuen Teppichkollektionen analysiert hat. Das traditionelle Orientmuster werde mit dem eher kühlen Industriedesign Westeuropas vermischt. So hat zum Beispiel der Hersteller Arte Espina den alten Perser mit einem knalligen Blauton aufgewertet. Andere Hersteller radieren Teile des Musters aus oder überlagern es mit Punkten.
Die Beläge entwickelten sich zunehmend zu "Lifestyle-Objekten", so Kaiser: "Sie schaffen die Verbindung von Raum und Möbeln und rücken daher wieder stärker in den Fokus von Inneneinrichtern, Designern sowie Verbrauchern." Und diese achten verstärkt auf die Natürlichkeit der Designs, wie Kaiser bemerkt hat. "Aber die Natur wird nun archaischer und roher gezeigt." Holzböden würden unbehandelt, künstlich abgenutzt oder mit Astlöchern angeboten. "Die Struktur ist fühlbar, Risse werden nicht weggemacht und mit andersfarbigem Kitt betont." Der neue Industrie-Minimalismus spiegelt laut der Trendanalyse statt perfekten Oberflächen und glänzenden Details wieder rohe Baugitter- und Betonoptik. Hier dominierten die Farben Blau, Schwarz und Weiß sowie diverse Grau-Nuancen, wie sie zum Beispiel in der Kollektion des Anbieters Talis zu sehen seien. Romantisch statt brachial wirkten hingegen die Kollektionen einiger Teppichdesigner, etwa bei Vorwerk. Sie kombinieren romantische Muster mit dem zurückhaltendem Skandinavien-Stil. "Das wirkt alles recht reduziert und das Grunddesign eher kühl", erklärt Kaiser. Die Farben seien Weiß und Grau, kombiniert mit warmen Haut- und Brauntönen sowie einem gräulichen Violett und Rosé. Die Teppiche hätten eine grobe Struktur und seien dennoch weich und geschmeidig.