Das Highlight der Auktion: eine „Grande Complication“ von Patek Philippe. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Von dem Geld hätte er sich locker ein Haus leisten können: In Stuttgart ist eine sündhaft teure Uhr unter den Hammer gekommen. Diese Summe zahlt ein Sammler.

Dieser Moment war im Auktionshaus Eppli in Stuttgart mit Spannung erwartet worden: Eine Luxusuhr mit einem geschätzten Wert von 400.000 bis 800.000 Euro ist am Freitagnachmittag unter den Hammer gekommen – und hat einen neuen Besitzer gefunden, der sich von dem Geld auch ein Eigenheim hätte leisten können.

 

Bereits nach wenigen Sekunden kletterten die Gebote auf über eine halbe Million Euro. Nach einem munteren Bietergefecht erhielt ein vermögender Sammler aus dem Großraum Frankfurt schließlich den Zuschlag – bei sage und schreibe 630 000 Euro. Damit hat die Uhr den bisherigen Eppli-Rekord übertroffen. Diesen hielt bislang eine Patek-Philippe-Taschenuhr, die 2023 für 260.000 Euro verkauft wurde.

Luxusuhr genießt besonderen Status

Der neue Besitzer, der anonym bleiben will, darf sich über eine Rarität freuen: Ersteigert hat er eine „Grande Complication“ von Patek Philippe mit der Referenznummer 5016R-010 – ein Modell, das in der Welt der Luxusuhren einen besonderen Status genießt. Nur 200 Stück wurden weltweit gefertigt, seit 2011 ist die Produktion eingestellt.

Der Einlieferer der besonderen Uhr blieb anonym. Eppli verriet lediglich, dass es sich um einen älteren Herrn aus dem Großraum Stuttgart handelte, der das Stück 2006 beim Züricher Traditionshaus Beyer – dem ältesten Uhrengeschäft der Welt – erworben hatte. Weitere Informationen wurden nicht preisgegeben, denn Diskretion gehört zum Ehrenkodex des Auktionsgeschäfts.

Geschäftsführer Ferdinand Eppli mit seinem Auktionshammer. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Der alte Besitzer der Uhr hatte sich ursprünglich offenbar noch einen höheren Preis für sein Schmuckstück erhofft – und deswegen stand der Verkauf auch zunächst noch in der Schwebe. Weil das Gebot aus Frankfurt von 630 000 Euro nämlich den vom Verkäufer festgelegten Mindestpreis unterschritt, musste dieser nachträglich erst noch in den Deal einwilligen.

Neben der „Grande Complication“ wurden auch 23 weitere Uhren sowie ein Ring angeboten. „Wir konnten für diese Sonderauktion Stücke sichern, die man sonst bei Sotheby’s, Christie’s oder Phillips in New York, Genf oder Hongkong findet – aber nur äußerst selten in Stuttgart. Darauf sind wir sehr stolz“, schwärmte Eppli-Uhrenexperte Peter Dwornik.

Geschäftsführer Ferdinand Eppli zieht eine positive Bilanz von der Versteigerung. „Mir geht es sehr gut, ich bin äußerst zufrieden mit der Auktion. Ich finde, es war ein tolles Gesamtergebnis, aber ich bin auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis unseres Highlights.“