Alexandra Schäckeler steht oft vor einem kaputten Aufzug. Foto: Jacobs

Der Aufzug an der S-Bahn-Haltestelle Österfeld ist häufiger mal kaputt. Im August war er viermal außer Betrieb. Alexandra Schäckeler ärgert das, denn alleine kann sie den Kinderwagen nicht die Treppe hochtragen.

Vaihingen - Wenn Alexandra Schäckeler aus Vaihingen mit der S-Bahn fährt, absolviert sie manchmal unfreiwillig eine Einheit Krafttraining. Dann nämlich, wenn am Halt Österfeld, der nächsten Haltestelle zu ihrem Wohnort, der Fahrstuhl nicht funktioniert. Das kam in den vergangenen Monaten nicht selten vor. Manchmal habe sie mehrmals in einer Woche bei der Störungshotline angerufen.

„Ich habe die Nummer bereits in meinem Handy gespeichert“, sagt Schäckeler. Denn wenn der Aufzug nicht funktioniert, hat die 37-Jährige ein Problem: Wie soll sie den Kinderwagen samt ihrer Tochter vom Bahnsteig zum eine Etage höher gelegenen Fußgängersteg Richtung Paradiesstraße transportieren? Das einjährige Kleinkind wiegt mittlerweile zehn Kilo, der Wagen 15 Kilo, zudem ist er sperrig. „Senioren kann ich nicht um Hilfe bitten, dazu ist der Wagen zu schwer. Die Pendler haben morgens oft nicht die Zeit und den Blick dafür“, ist ihre Erfahrung. Und nachmittags steigen dort oft nur wenige Fahrgäste aus.

„Was machen Rollstuhlfahrer?“

Ein kaputter Aufzug sei kein Drama, sagt die 37-Jährige. „Aber es passiert hier schon sehr häufig, dass er nicht fährt.“ Nicht nur Schäckeler, auch einige Bekannte von ihr, darunter viele Mütter, haben oft das gleiche Problem, wenn sie mit der S-Bahn fahren. Zudem: „Einen Kinderwagen kann man ja irgendwie noch hochtragen. Aber was machen Rollstuhlfahrer?“, fragt Schäckeler.

Bis vor kurzem hat sich die 37-Jährige selbst helfen können. Denn bis zu Beginn des Sommers hat sie mit ihrer Familie in der Nähe der Haltestelle Rohr gelebt. „Dort gibt es eine Rampe. Zur Not konnte ich darüber den Kinderwagen nach oben auf den Bahnsteig ziehen“, sagt sie. Ob es möglich ist, am Halt Österfeld eine Kinderwagenrampe nachträglich einzubauen? Schäckeler ist skeptisch. „Ich schätze, dass das Treppenhaus zu schmal dafür ist“, sagt sie.

Wenig Hoffnung auf eine Rollstuhlrampe

Diese Einschätzung teilt auch Bahn-Sprecherin Birgit Januschke. „Die Treppen müssen eine gewisse Breite haben und dürfen einen gewissen Neigungswinkel nicht überschreiten, damit eine Kinderwagenschiene angebracht werden kann“, sagt sie. An der Haltestelle Österfeld träfen wohl beide Bedingungen nicht zu. Januschke bestätigte auch, dass der Aufzug am Halt Österfeld im August mehrfach außer Betrieb gewesen ist: Am 1. und 3. August für einige Stunden, vom 12. bis zum 14. August auch für mehrere Tage. „Und am 23. August stand die vierteljährliche Wartung an“, so die Bahnsprecherin.

Vandalismus war am Halt Österfeld und an den übrigen Haltestellen im Bezirk Vaihingen in der Regel nicht die Ursache für die Störungen. „Einmal war es eine Türstörung, einmal gab es ein Problem mit der Elektronik“, so Januschke. Im Sommer könne es sein, dass die Witterung der Technik zu schaffen mache. „Es war ja einige Tage sehr heiß.“ Wenn der Aufzug ohne ersichtlichen Grund den Dienst versage, sei das mitunter auch eine Spätfolge des „Aufzug-Hoppings“ Jugendlicher, so Januschke. „Irgendwann streikt dann die Technik.“

„Wir bemühen uns, die Probleme am gleichen Tag zu lösen“

Sobald die Bahn Bescheid bekomme, schicke sie einen Techniker los. „Wir bemühen uns, das Problem noch am gleichen Tag zu beheben“, sagt die Bahn-Sprecherin. Allerdings sei es bei kurzen Ausfällen des Aufzugs nicht möglich, dies den Kunden mitzuteilen. „Dauert eine Störung länger als eine Woche, können wir das auf der Internetseite des VVS unter der Rubrik Aktuelles vermelden“, sagt die Bahn-Sprecherin.

Alexandra Schäckeler tröstet das nur bedingt. Ihr Mann, der in Untertürkheim arbeitet, will die Tochter bald mit in die Kindertagesstätte seines Betriebes nehmen. „Wie soll das gehen, wenn einmal in der Woche der Aufzug außer Betrieb ist?“

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