Aufsichtsrat tagt zu Stuttgart 21 Gastel: Bei S 21 über Flughafen neu nachdenken

Von Konstantin Schwarz 

Der Tunnelbau für Stuttgart 21 ist mit großem Aufwand verbunden. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Der Tunnelbau für Stuttgart 21 ist mit großem Aufwand verbunden. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG spricht an diesem Mittwoch über die hohen Mehrkosten und den Zeitverzug bei dem Stuttgarter Infrastrukturprojekt.

Stuttgart - Der Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla hat eine Debatte über einen veränderten Anschluss des Stuttgarter Flughafens angekündigt. Sie soll am 18. Dezember geführt werden. An diesem Mittwoch trifft sich der Bahn-Aufsichtsrat. Ihm wird das Gutachten zu Stuttgart 21 mit Mehrkosten von bis zu 1,4 Milliarden Euro vorgestellt. Der Bahnhof soll Ende 2024 statt 2021 in Betrieb gehen.

Pofallas Ankündigung kam bei den Projektpartnern Land, Stadt, Region und der Flughafengesellschaft nicht gut an. Sie pochen auf den Bau des genehmigten Halts unter der Messe-Piazza und des separaten Gleises für Gäubahnzüge bei der bestehenden S-Bahn-Station Flughafen.

Verschiebung der Betriebskosten

Der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel (Grüne, Filderstadt) spricht sich dafür aus, die Pläne zu überdenken. Die Idee der Bahn für einen gemeinsamen Haltepunkt für Fern- und Gäubahnzüge oberirdisch an der A 8 beim Messe-Parkhaus müsse geprüft werden. Das Zusammenführen der Stationen könne Vorteile für Reisende haben, sagt Gastel. Eine mögliche Einsparung sollte wegen der Klage der Bahn zur Mitzahlung der Mehrkosten nicht einfach abgelehnt werden.

Die Bahn hat bisher nicht erklärt, welche Einsparsumme sie sich durch die Neuplanung erwartet. Das Bundesunternehmen würde mit dem Halt an der A 8 aus Sicht des Flughafens diesem die Betriebskosten für die Beförderung der Passagiere zu den Terminals aufladen. Möglich wären Laufbänder oder eine Kabinenbahn.

Kürzt Bahn Dividende?

Der Aufsichtsrat wird an diesem Mittwoch über die Gründe für die Mehrkosten informiert, mit denen die Baukosten auf bis zu 7,9 Milliarden Euro stiegen. Mehrere Fraktionen wollen, dass sich nach der Regierungsbildung der Verkehrsausschuss des Bundestages damit befasst. Wegen der S-21-Misere könnte die Bahn ihre Dividende kürzen oder eine Aufstockung des Eigenkapitals nötig werden. Einen Beschluss zu S 21 will der Aufsichtsrat daher noch nicht fassen. Er könnte im Januar 2018 folgen. Das Aktionsbündnis der Projektgegner hat zur Sitzung eine Demo vor dem Bahntower in Berlin angekündigt. Martin Vieregg von der Verkehrsberatung Vieregg & Rössler stellt seine aktualisierte Kostenprognose (bisher bis zu zehn Milliarden Euro) vor.

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