Bild aus einer Kita: In Stuttgart müssen Erzieher alle fünf Jahre ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Das allerdings hilft manchmal auch nicht weiter. Foto: dpa

Die evangelische Kirche in Stuttgart muss sich mit einem heiklen Fall beschäftigen: Ein Kita-Erzieher ist offenbar Linksextremist, die CDU fordert seine Entlassung. Die Aufregung in Stuttgart ist groß.

Stuttgart - Die evangelische Kirche beschäftigt in Stuttgart einen Linksextremisten als Erzieher in einer Kindertagesstätte (Kita). Ein entsprechender Vorwurf der AfD wird von den Justiz- und Sicherheitsbehörden im Land hinter vorgehaltener Hand bestätigt.

Den Angaben zufolge soll der Mann zu den führenden Köpfen der linken Szene in Stuttgart gehören und mehrfach einschlägig vorbestraft sein, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung. Auf Videos im Internet ist zu sehen, wie der Mann sich auf einer Demo mit einem Polizisten anlegt und eine Razzia der Polizei nach den G-20-Krawallen in Hamburg als „Repression“ anprangert.

Stuttgarts Stadtdekan Søren Schwesig bestätigte, dass der Mann seit 2012 in einer Kita als Erzieher tätig und dort inzwischen stellvertretender Leiter ist. Über die Videos sei er „total erstaunt“. Das passe nicht zu dem, wie er den Mann kenne. Dieser sei sehr angesehen, es habe noch nie Klagen gegeben.

CDU fordert Entlassung

Schwesig erklärte, dass die Kirche alle fünf Jahre von ihren Erziehern ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis anfordere. Allerdings dürfe sie dort aufgeführte Straftaten nur dann ansprechen, wenn negative Auswirkungen auf die Arbeit zu befürchten seien. Laut der Personalabteilung habe es diese Befürchtung „in der Vergangenheit“ im konkreten Fall nicht gegeben. Schwesig will nun doch das Gespräch mit dem Erzieher suchen und von ihm wissen, wie seine politischen Aktivitäten mit seiner Arbeit zusammen passten. „Im Kindergarten tun wir doch Konflikte gewaltfrei behandeln.“

Thomas Blenke, Sicherheitsexperte der CDU im Landtag, fordert die Kirche auf, den Erzieher zu entlassen. „Es ist nicht akzeptabel, dass Extremisten - gleich welcher Couleur - als Erzieher auf unsere Kinder losgelassen werden,“, sagte er. Wer sich von solcher Gewalt wie in Hamburg nicht distanziere oder sie gar gutheiße, „ist nicht geeignet, als Erzieher zu arbeiten.“

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