Dank Landeswappen wirkt das Schreiben auf manchen authentisch – ist es aber nicht. Foto: R

Nicht jede Corona-Vorgabe ist immer gleich einsichtig. In Freiburg haben sich Unbekannte diesen Umstand für einen ziemlich dreisten Streich zunutze gemacht. Die zuständige Behörde findet das nicht lustig.

Freiburg - Schreiben die Behörden den Menschen neuerdings auch vor, wo sie ihre Schuhe zu lagern und wie oft und mit welchen Reinigungsmitteln sie ihre Toiletten zu reinigen haben? In Freiburg sind jetzt angeblich amtliche Flugblätter aufgetaucht, die genau dies vorgeben. Das Regierungspräsidium, dessen Siegel die Zettel ziert, hat jetzt Anzeige gegen die unbekannten Urheber erstattet.

Die Flugblätter seien in Mehrfamilienhäusern in verschiedenen Stadtteilen aufgetaucht. Darin wir auf das Infektionsschutzgesetz verwiesen und mitgeteilt, dass Schuhe und Kleidung nicht mehr in Treppenhäusern und anderen Gemeinschaftsräumen gelagert werden dürften. Dies diene der Eindämmung der Corona-Pandemie und werde stichprobenartig kontrolliert.

Jeden Tag wird geputzt

Auf einem weiteren Blatt, das wenige später verteilt wurde, wird außerdem darauf hingewiesen, dass die Bewohner von Mehrfamilienhäusern künftig jeden Tag die Waschbecken und Toiletten desinfizieren müssten. Das verwendete Desinfektionsmittel müsse mindestens 90 Prozent Ethanol enthalten. Dadurch könne eine Ausbreitung des Virus durch das Abwassersystem der Etagenwohnungen verhindert werden, hieß es.

Mehr als 30 Anrufe seien mittlerweile beim Regierungspräsidium eingegangen. Vor allem ältere Bewohner hätten die Schreiben offenbar verunsichert, sagte ein Sprecher der Behörde. Der übliche Ton amtlicher Verlautbarungen wurde von den Verfassern einigermaßen getroffen. Im Anschreiben werde wie amtsintern vorgeschrieben gegendert, zudem trügen die Zettel das offizielle Landeswappen. „Nur beim letzten Satz – Bleiben Sie Gesund! – hätten wir gesund klein geschrieben“, sagte der Sprecher.

Fälschung mit kleiner Rechtschreibschwäche

Allerdings sei der Fall angesichts der Corona-Lage keineswegs lustig. Deshalb habe man nach dem Auftauchen der zweiten Charge Anzeige gegen unbekannt erstattet, sagte der Sprecher. Der Zettel und die dort verkündeten angeblichen Anordnungen seien natürlich blanker Unsinn. Die Verwendung des Landeswappens sei zudem verboten.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: