Nicht nur drei kleine neue Erdenbürger beziehungsweise Erdenbürgerinnen darf der Kreis Böblingen am ersten Januar begrüßen. Eine Geburt wurde gar von einem Feuerwehralarm begleitet.
Diese Neujahrsnacht wird man im Kreißsaal im Klinikum Böblingen nicht so schnell vergessen: Gegen 23.50 Uhr ist Brandalarm ausgelöst worden, das Personal des Hauses hatte Brandgeruch wahrgenommen und schnell reagiert. Und nur 15 Minuten später erblickte ein kleiner Bub im Kreißsaal das Licht dieser Welt. Der Papa Anthony Neigert erzählt: „Da erwartest du dein Kind und erstmal kommt die Feuerwehr.“
Der Oberarzt Tobias Schlegel war am Neujahrsmorgen entsprechend beeindruckt: „Die Kollegen haben heute Nacht wirklich was erlebt.“ Vor allem, weil der Alarm so kurz vor Mitternacht ausgelöst worden war, war die Lage für kurze Zeit sehr aufregend. Die Feuerwehr Böblingen war mit einigen Fahrzeugen vor Ort, auch die Polizei wurde gerufen. „Die Kollegen haben den Brandgeruch auch noch wahrgenommen. Dann wurde alles gründlich abgesucht, aber man konnte keine Quelle finden“, sagte am Morgen des ersten Januar der Lage-Chef auf dem Revier in Ludwigsburg. Er hat bei seinem Dienstantritt schon gehört, dass quasi direkt beim Einsatz ein Baby geborgen wurde. „Ist alles gut? Was ist es denn?“, war für die gestanden Beamten das Wichtigste.
Großes Lob für Hebammen und Ärzte
Es ist ein Bub: Mikel Anthony Neigert, 2860 Gramm schwer und 52 Zentimeter groß. Mama und Baby sind wohlauf. Der Kindsvater ringt am Morgen tatsächlich noch um Fassung. „Ich kapier’ das alles noch gar nicht so ganz“, sagt er gerührt und strahlt hörbar am Telefon. Die Ärzte und Hebammen seien „einfach super“ gewesen, er und seine Frau haben sich sehr wohlgefühlt. Ein Feuerwehrmann habe zu ihm gesagt, wenn sogar die Feuerwehr komme, werde der kleine Mann bestimmt etwas ganz Besonderes.
Kleines Mädchen will in Herrenberg schnell auf die Welt
Aber nicht nur in Böblingen war die Nacht im Kreißsaal eine Besondere. Das Neujahrsbaby im Krankenhaus Herrenberg kam zwar erst um 2.32 Uhr – dafür war seine Mama 45 Minuten zuvor auch erst im Kreißsaal angekommen, sprich, das kleine Mädchen hat eine Eins-A-Schnellgeburt hingelegt. Die überglückliche Mama erzählt: „Wir sind kurz nach Mitternacht ins Bett und gegen ein Uhr gingen die Wehen los – da schon im Vier-Minuten-Abstand.“ Da sei ihr klar gewesen: Jetzt nicht lang fackeln. Der große Bruder musste auch mit – die Oma wurde zum Krankenhaus bestellt, um den Jungen dort in Empfang zu nehmen. „Geschlafen hat der nicht mehr“, sagt die Mama und lacht. Nun ja, sie ja auch nicht. Auch diese junge Mama hat ganz viel Lob für die Hebammen und das Team in Herrenberg.
Das kleine Mädchen wird vielleicht das letzte Neujahrsbaby in Herrenberg sein. Am 6. Mai heißt es dort: Umzug des gesamten Teams nach Nagold. Verena Teschner, Hebamme in Herrenberg, sagt: „Viele haben dann einen kürzeren Weg, viele nicht. Aber so ist es nun.“ Froh sei sie, dass das gesamte Team und die Leitung mit umziehen. Für die erfahrene Hebamme bleibt es besonders, Frauen in der Geburt zu begleiten – egal, wo. „Ich bin immer verzaubert, wenn ich höre, wie Mütter teils in Sprachen, die ich nicht mal kenne, himmelhochjauchend ihre Kinder begrüßen.“ Was Frauen unter der Geburt für Meisterleistungen vollbringen, sei einfach großartig. Wer einen derart extremen Schmerz empfunden habe, erlebe dann ein Hochgefühl – das gehöre irgendwie zusammen. Sie und ihr Team „versuchen dafür, den bestmöglichen Rahmen zu gestalten“.
Der Norden des Landkreises, Leonberg, komplettiert die Runde: Um 5.37 Uhr erblickte dort die kleine Mia Meyer das Licht der Welt. Ihr Papa Tim ist überglücklich und schon jetzt schwer verliebt in seine erste kleine Tochter: „Das wird auf jeden Fall ne Süße.“