Die Umweltbewussten Foto: Alexandra Kratz

Kinder, Eltern und Pfadfinder haben am Samstag entlang des kleinen Flusses Müll eingesammelt.

Stuttgart-Plieningen - Das Wetter hätte schlechter kaum sein können. Die Temperaturen liegen um die Null Grad und vom Himmel fallen dicke weiße Flocken. Doch ein kleines Grüppchen der evangelischen Gemeinde Plieningen-Hohenheim schreckt das nicht ab. Am Samstagnachmittag ziehen sie mit Gummistiefeln, Handschuhen und großen Säcken los, um entlang der Körsch Müll einzusammeln.

Olof Hansen hatte eigentlich keine Lust, bei diesem Wetter vor die Tür zu gehen. Doch seine Frau schickte ihn und die beiden Kinder los. „Jetzt bin ich mit Spaß und Humor dabei“, sagt der Familienvater. Der dreijährige Ben hat einen kleinen roten Eimer in der Hand und will gleich loslegen. Ebenso sein älterer Bruder Nick. Er ist schon zwischen den Bäumen verschwunden, um zu sehen, was andere dort unachtsam auf den Boden geworfen haben.

„So etwas gehört zu den Aufgaben einer Gemeinde“

„Das ist das Schöne an dieser Aktion. Es ist ein generationenübergreifendes Projekt, und besonders die Kinder sind begeistert“, sagt Hans-Jürgen Siegel. Seit mehr als einem Jahr ist er der Umweltbeauftragte der evangelischen Kirchengemeinde und gehört zum Organisationsteam der Körschputzete. „Wir wollen einerseits das Umweltbewusstsein schärfen und andererseits für etwas mehr Sauberkeit bei uns in Plieningen sorgen“, sagt Siegel. Daniela Reich sieht es genauso. „So etwas gehört zu den Aufgaben einer Gemeinde“, sagt die Pfarrerin. Wenn sie allein unterwegs sei, habe sie wenig Lust, den Müll anderer Leute aufzusammeln. „Aber in der Gruppe macht es Spaß“, sagt Reich.

Was sich entlang des kleinen Flusses alles so findet, ist erstaunlich: Papierchen und leere Flaschen, Styropor und Schaumstoff bis hin zu einem alten Plastikstuhl. Doch bei der Putzete am Samstag war sogar ein richtiger Schatz dabei. „Wir haben eine Flasche mit einem Notizblock darin entdeckt“, sagt Siegel. Er musste nicht lang überlegen, was mit diesem Schatz zu tun ist. „Wir haben ihn wieder dorthin gebracht, wo die Kinder ihn gefunden haben“, sagt der Umweltbeauftragte. Denn die Flasche gehöre höchstwahrscheinlich zu einem Geocashing-Spiel, einer Art moderner Schnitzeljagd mit Hilfe eines Navigationsgeräts.

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