Kleine Bühne, große Show; Die Sessions des Popbür Foto:  

Das Popbüro vermarktet Newcomer über seinen Youtube-Kanal. Die Gruppen werden ausgesucht und dürfen entweder im Büro oder live auf der Bühne vor laufenden Videokameras spielen.

S-Mitte - Mick Baff haben den schweren Gang als erster Act des Abends auf die Bühne gemacht, nach ihnen folgten noch die Calves, Mas und The Tremolettes. Alle vier Bands hatten am Samstagabend im Club Zentral eines gemeinsam: Die Experten des Popbüros Baden-Württemberg sind der Ansicht, dass man von diesen jungen Musikern demnächst mehr hören sollte, deswegen durften sie sich auf der Bühne präsentieren.

Zu diesem Zweck rief das Popbüro Abende wie diesen ins Leben: Live vor Publikum spielen die Künstler vier ausgewählte Songs, ein Kamerateam zeichnet alles auf. Gesendet wird das Ergebnis über den Internetvideokanal Youtube des Popbüros. Das Material dürfen die Musiker dann verlinken und teilen und liken, soviel sie wollen. Das Projekt heißt „Popbüro Sessions“, die Konzertabende tragen den Titel „Popbüro Sessions Live“.

Die Bands sollen den Internetfilm für ihre Zwecke nutzen

Mit ihren einfühlsamen, deutschen Texten eröffneten Mick Baff das abwechslungsreiche Programm. The Tremolettes durften die für ihren Sound notwendigen, alten Verstärker benutzen – wie bei der Session im Studio, da ihre Musik nur auf diese Weise klingt, wie sie sein soll. Mas, die sonst eher laut daherkommen, fühlten sich auch mit ruhigeren Tönen sichtlich wohl.

Amelie Köppl (24) vom Popbüro und Steffen Geldner (29) von der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim führten in den Umbaupausen Interviews mit den Bands, damit das Publikum die Gelegenheit hatte, die Newcomer besser kennen zu lernen, noch bevor das Material im Internet gestreut wird. Das nutzten die Nachwuchstalente, um sich vorzustellen.

„Wir wollten unbedingt unseren Youtubekanal ausbauen“, berichtete Steffen Geldner über die Anfänge der Sessions. Das war im Jahr 2013, als Geldner noch beim Popbüro tätig war. Was böte sich da besser an als Videos regionaler Bands? Wer mitmachen will, muss noch keine große Fanbase haben, erläuterte Geldner hinter der Bühne. „Wir erwarten dann, dass die Bands etwas draus machen.“ Das Projekt hatte er bei seinem Wechsel nach Mannheim an Amelie Köppl übergeben. Inzwischen sind bereits 25 Sessions gedreht worden, zwei pro Jahr werden live aufgezeichnet. „Die Bands haben noch kein gutes Material, vor allem an qualitativ hochwertigen Liveaufnahmen mangelt es“, sagte Amelie Köppl über die Ausgangslage.

Manager namhafter Labels kommen zu den Sessions

Nicht nur beim Verbreiten auf Youtube, auch bei den Live Sessions finden die Musiker neue Anhänger, mitunter kommen sie dadurch auch besser ins Geschäft. Mal tauche ein Agent von Chimperator, einem namhaften Stuttgarter Label, auf, mal brächten die Gruppen, die schon einen haben, ihren Manager mit. So laufe die Anbahnung weiterer Karriereschritte.

Miles und seine Kollegen von der Gruppe Mas machen seit September 2013 zusammen Musik. „Wir wurden gefragt, ob wir mitmachen wollten“, sagte Miles über das Engagement für die Live-Session. Eine Herausforderung sei die Maßgabe des Popbüros gewesen, das Programm unplugged präsentieren zu können. „Wir verbrachten in der vergangenen Woche zwei Nächte damit, die Songs umzuschreiben und zu proben“, räumte er vor dem Auftritt ein. „Wir sind normal eher laut“, fügte er hinzu.

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