Die Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge aus der Ukraine ist beeindruckend. Ein Chaos wie 2015 ist nicht in Sicht, kommentiert Florian Dürr.
Berlin - Tausende Flüchtlinge aus der Ukraine kommen derzeit täglich in Deutschland an – auf der Suche nach Schutz vor dem Krieg in ihrer Heimat. Mit offenen Armen werden sie im ganzen Bundesgebiet empfangen, sowohl von der Zivilgesellschaft als auch von der Politik. Das ist beeindruckend und macht optimistisch, dass ein Chaos wie bei der Flüchtlingskrise 2015 dieses Mal ausbleibt.
Putins Krieg kann und wird weder Europa noch Deutschland spalten
„Wir schaffen das“ – dieser damaligen Ansage der Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel kann Deutschland dieses Mal gerecht werden. Warum? Weil die Politik die richtigen Entscheidungen getroffen hat und alle Akteure an einem Strang ziehen: auf EU-Ebene und hierzulande gleichermaßen. Keine aufwendigen und langwierigen Asylverfahren, schnelle und unkomplizierte Integration in den Arbeitsmarkt, Kinder zügig in die Schulen – diese Pläne machen deutlich, dass 2015 einen Lerneffekt hatte.
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Was zudem Mut macht, ist die zuvor kaum erwartbare Entschlossenheit zu einem gemeinsamen Vorgehen. Berlin als derzeitiges Hauptziel Tausender Flüchtlinge wird nicht allein gelassen. Im Gegenteil: Kurzerhand werden Busse zur Verfügung gestellt, die die Flüchtlinge in andere Bundesländer verteilen. Unter den EU-Staaten ist die harmonische Einigkeit aufgrund der Streitigkeiten in der Vergangenheit noch überraschender.
Am Beispiel der Flüchtlinge wird klar: Putins Krieg kann und wird weder Europa noch Deutschland spalten. Wir schaffen das.