Aufkleber bei Feuerwehr-Einsätzen Ein Sticker soll Haustiere retten

Von Melanie Maier 

Diesen Sticker kann man auf der Webseite der Schweizer Tierschutzorganisation Vier Pfoten bestellen. Foto: Vier Pfoten
Diesen Sticker kann man auf der Webseite der Schweizer Tierschutzorganisation Vier Pfoten bestellen. Foto: Vier Pfoten

Zu oft bleiben Haustiere bei Bränden oder bei Unfällen ihrer Herrchen und Frauchen auf der Strecke. Um das zu ändern, hat die Schweizer Tierschutzorganisation Vier Pfoten einen Aufkleber für die Haustür und eine Notfallkarte für die Geldbörse entwickelt.

Stuttgart - Das Haus brennt, der Besitzer ist im Urlaub – die Katze aber nicht. In einem solchen Fall soll der Feuerwehr künftig ein Sticker an der Haustür helfen, schnell auf das Tier aufmerksam zu werden und es so rasch zu retten. Den Aufkleber hat die Schweizer Tierschutzorganisation Vier Pfoten entwickelt. „Bitte rettet uns!“ steht auf dem Sticker, auf dem Hausbesitzer zudem die Tierart und die Anzahl ihrer Haustiere vermerken können.

Der Hund im brennenden Wohnzimmer, das Schlangenterrarium im vollgelaufenen Keller, die Katze im Schlafzimmer der gestürzten Seniorin: Feuerwehrangehörige haben im Einsatz häufig mit Tieren zu tun, heißt es vom Deutschen Feuerwehrverband, der sich an der Aktion beteiligt. Für die Einsatzkräfte sei es hilfreich, bereits vor dem Betreten einer Wohnung zu erfahren, ob und gegebenenfalls welche Haustiere sich hinter der Tür verbergen.

„Für uns ist es wichtig zu wissen: Ist da ein Berner Sennenhund oder ein Chihuaha?“, erklärt ein Sprecher der Stuttgarter Feuerwehr. Den Sticker hält er für sinnvoll – allerdings müsse sich bei der Feuerwehr erst einmal herumsprechen, dass es ihn überhaupt gibt. „Sonst könnte er leicht übersehen werden.“

Um welches Tier handelt es sich? Wie groß ist es?

Immer wieder muss die Feuerwehr in Stuttgart bei Hausbränden Tiere retten. Meist handelt es sich dabei um typische Haustiere wie Hunde, Katzen oder Vögel. Seltener um Exoten wie Leguane, Spinnen oder Schlangen.

Brennt es im Haus, sollten Haustierbesitzer zunächst sich selbst und andere Hausbewohner in Sicherheit bringen. Man soll nicht in das brennende Haus zurückrennen, um den Hund oder die Katze eigenhändig zu retten. „In einem solchen Fall sollte man so schnell wie möglich den Einsatzleiter der Feuerwehr darüber informieren, dass sich noch ein Tier im Haus befindet“, sagte der Polizeisprecher. „Und ihm dabei möglichst viele Informationen an die Hand geben: Um welches Tier handelt es sich? Wie groß ist es? Könnte es beißen? In welchem Zimmer befindet es sich und welcher Weg führt direkt dorthin?“

Karten für den Geldbeutel: Schnelle Hilfe bei einem Unfall

Zum Notfall-Set gehören auch zwei Karten im Kreditkartenformat. Diese können Haustierbesitzer im Geldbeutel mit sich führen. Bei einem Unfall sollen die Karten die Retter darauf aufmerksam machen, dass bei dem Unfallopfer Tiere zu Hause versorgt werden müssen.

Die Feuerwehrverbände in der Schweiz, Österreich und Deutschland unterstützen die Initiative. Im Versandhaus des Deutschen Feuerwehrverbandes sowie auf der Webseite der Schweizer Tierschutzorganisation Vier Pfoten sind die Sticker und Karten zu bestellen. Das Notfall-Set mit Sticker und Notfallkarten kostet 8,50 Euro. Ein Teil der Kosten geht als Spende an die Tierschutzorganisation.

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