Kein Grund mehr für eine Absonderung: Eine Corona-Infektion fällt mittlerweile ins normale Infektionsspektrum. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Mit der Aufhebung der Quarantäne sind vier Bundesländer auf dem richtigen Weg. Warum aber nur sie?, fragt Christoph Link.

Entwarnende Erkenntnisse aus Österreich und Frankreich, wo die Quarantäne längst abgeschafft ist, liegen vor, und auch die Gesundheitsminister von vier Bundesländern haben plausibel erläutert, warum sie die generelle Pflicht zur Absonderung bei einer Corona-Infektion fallen lassen. Schon im September hatten Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein das gefordert, waren beim Bund aber auf taube Ohren gestoßen.

 

Jetzt preschen sie im Alleingang vor, und es fällt auf, dass kein SPD-regiertes Land bei dem Vorstoß dabei ist. Das dürfte daran liegen, dass kein Sozialdemokrat SPD-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in den Rücken fallen möchte. Der gebärdet sich bei Lockerungen als Zauderer und Bremser, er hätte längst die Initiative ergreifen und allen Ländern die Lockerung der Isolationspflicht empfehlen können. Jetzt gibt es also keine Bundeslösung, sondern einen Flickenteppich. Nutznießer wird nur ein Teil der Bevölkerung sein. Dabei ist die Aufhebung der Quarantäne überfällig. Eine Corona-Infektion fällt mittlerweile ins normale Infektionsspektrum. Wegen ihr die Freiheit zu beschränken ist nicht mehr angezeigt.