Im ersten Stock des Hochzeitshauses in Wangen-Oberwälden wartet das ländliche Idyll auf seine Gäste. Foto:privat Foto:  

Mozart und die Monroe lächeln in der Hochzeitspension im Kreis Göppingen, in der auch andere Gäste willkommen sind. Originell sind die Einrichtung und die malende Vermieterin.

Wangen - Nur wenige Kilometer vom Hochzeitsparadies Rechberghausen entfernt, wo sich Paare rund um die Uhr trauen lassen können, lädt neuerdings ein „Hochzeitshaus“ zum Verweilen ein. Die einfallsreiche Malerin Anneliese Hermes hat in ihrem Heimatort Wangen-Oberwälden eine Ferienwohnung eingerichtet, die ganz im Zeichen der Liebe steht.

Die Lebenslust einer Rheinländerin

„Hier dürfen natürlich alle übernachten, nicht nur Hochzeiter und frisch Verliebte“, beantwortet Anneliese Hermes die Frage nach der Zielgruppe für ihr „Hochzeitshaus“. Dass Hermes ihre gemütliche Dorfwohnung in einem ganz persönlich interpretierten künstlerischen Landhausstil eingerichtet hat, zeugt von der Lebenslust der gebürtigen Rheinländerin.

Mozart und die Monroe lächeln dazu

Vergeblich suchen werden die Gäste die Adresse des Hochzeitshauses in dem überschaubaren Flecken Oberwälden übrigens kaum, denn mit einem überlebensgroßen Abzug des Hochzeitsfotos ihrer Eltern an der Fassade macht Hermes schon von Weitem den Zweck des Gebäudes klar. Gleich im Flur der kleinen Dreizimmerwohnung werden die Gäste vom Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart begrüßt, und nur ein paar Schritte weiter lächelt Marylin Monroe von der frisch getünchten Wand.

Spätestens jetzt wird klar, dass Hermes hier nicht nur ihre Qualitäten als Gastgeberin auslebt, sondern die Wohnung nebenher noch zum Showroom für ihre Kunst und die der Tochter und Modedesignerin Katharina Hermes gemacht hat.

Als Kind zeichnete Hermes Hochzeitspaare

Die quirlige Frau kommt immer wieder aufs Thema Hochzeit zurück. „Als Kind konnte ich immer schon gut malen“, berichtet sie. „In unserem Dorf habe ich jedes Brautpaar mit den Kalksteinen, die es bei uns in der Eifel gibt, auf die Straße gemalt. Die Brautleute kamen nach der Kirche extra an unserem Haus vorbei, um nachzusehen, ob ich sie auch porträtiert hatte.“

Bodenständig sei sie, bekennt Hermes und berichtet von den Geschichten, die sie mit den vielen originellen Möbel- und Dekorationsstücken verbindet. Da stehen das gut erhaltene Küchenbüfett aus der eigenen Aachener Studentenbude und der prächtige Ohrensessel, den der Schwiegervater einst als Gesellenstück gefertigt hat. Neben dem Doppelbett im Schlafzimmer ist ein Stück vom Hochzeitsschleier ihrer Mutter samt Spitzenhandschuhen drapiert, und auch der Hochzeitskranz darf nicht fehlen.

Eckbank vor dem Sperrmüll gerettet

Das Kinderzimmer fungiert gleichzeitig als Miniküche. Allerdings ohne Herd, weil die Gäste sowieso meistens lieber auswärts essen gehen. Die winzige Eckbank darin hat Hermes vor dem Sperrmüll bewahrt.

In dieser Wohnung stecke überall ein wenig Familiengeschichte, schwärmt die Künstlerin bei einem kleinen Rundgang durch das Dorfhaus. Das Erdgeschoss nutzt sie als Atelier und Bilderlager und auf der großzügigen Terrasse verwöhnt die Vermieterin ihre Gäste manchmal auch mit selbst gebackenem Kuchen.

Mit den zahlreichen Geweihen, Hörnern, Fellen und anderen waidmännischen Dekorationen offenbart Hermes noch eine weitere ihrer Leidenschaften in dem feschen Liebesnest: die für die Jagd, die sie jetzt mit dem Erwerb des Jagdscheins komplettiert hat.

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