Zahlen der Polizei zeigen, welche Auffahrten auf die B27 in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) am unfallträchtigsten sind. Zumindest bei einer ist nun Besserung in Sicht.
Der ACE (Auto Club Europa) hat bei einer Erhebung Mängel an einer B27-Auffahrt in Kornwestheim festgestellt. Die Auffahrt von der Theodor-Heuss-Straße kommend in Richtung Ludwigsburg sei zu kurz, deshalb gebe es dort viele brenzlige Situationen, wie eine Stichprobe ergeben hatte.
Aber wie sieht es generell mit der Gefährlichkeit von B27-Auffahrten in Kornwestheim aus? Zahlen des Statistischen Landesamts und der Polizei geben Aufschluss und zeigen, dass Verbesserungsbedarf besteht.
Genauer betrachtet haben wir die Auffahrten von der Theodor-Heuss-Straße (Kornwestheim-Mitte), von der Aldinger Straße (Kornwestheim-Nord) und von der Hohenzollernstraße beim Autokino (Ludwigsburg-Süd) kommend.
Die Unfalldaten stammen vom Statistischen Landesamt, das diese wiederum von der Polizei bekommt. Die Daten liegen von 2016 bis einschließlich 2024 vor und enthalten Verkehrsunfälle, bei denen Personen verletzt wurden. Dabei ist jeweils die schwerste Unfallfolge entscheidend. Anhand von Koordinaten ist es möglich den genauen Unfallort darzustellen.
Einzelheiten zu Unfällen
Unter leicht verletzt werden Personen verstanden, die nach einer Behandlung weniger als 24 Stunden im Krankenhaus bleiben müssen, unter Schwerverletzten solche, die mehr als 24 Stunden im Krankenhaus bleiben mussten.
Die Grafik zeigt auch Einzelheiten zu den jeweiligen Unfällen. Spitzenreiter bei den gefährlichen Auffahrten ist wie bei der ACE-Erhebung die Auffahrt von der Theodor-Heuss-Straße/Zeppelin-Straße kommend. Allerdings zeigen die Daten, dass in Richtung Stuttgart noch mehr Unfälle passieren als in Richtung Ludwigsburg. Auch die Krezung zur Auffahrtsrampe ist unfallträchtig.
Kaum Zeit zum Einfädeln
Mehr als 30 Verletzte gab es allein in der Zeit zwischen 2016 und 2024 rund um die Auffahrten in Abschnitt Kornwestheim-Mitte. 2025 gab es nach aktuellen Zahlen des Ludwigsburger Polizeipräsidiums weitere fünf Unfälle mit Leichtverletzten dort. Grund dürfte die kurze Einfädelspur sein. Immer wieder müssen Autos stoppen bevor Sie auf die Bundesstraße fahren können.
Auf Rang zwei was die Häufigkeit von Unfällen mit Verletzten angeht folgen die Auffahrten von der Aldinger Straße kommend (Kornwestheim-Nord). 27 Mal wurden dort bei Unfällen in der Zeit zwischen 2016 und 2024 Menschen verletzt, 2025 gab es nur einen Unfall mit Verletzten dort. Die meisten Unfälle passierten dort tatsächlich vor der Umgestaltung. Im Rahmen des Neubau der Gumpenbachtalbrücke wurden auch Ein- und Ausfädelspuren angelegt, die zu einer merklichen Verbesserung geführt haben.
Sehr viel unauffälliger ist sind da die Zahlen zu den Auffahrten vom Autokino/Wüstenrot (Ludwigsburg-Süd) kommend. Lediglich sieben Unfälle mit Verletzten wurden im Zeitraum 2016 bis 2024 dort registriert. Im vergangenen Jahr gar keine, was aber auch mit der Sperrung wegen Erneuerung der dortigen B27-Brücke zu tun haben dürfte.
Die Unfallzahlen und vor allem die baulichen Probleme bei Auffahrten in Kornwestheim sind dem Regierungspräsidium bekannt. Beide Anschlussstellen (Kornwestheim-Mitte und Ludwigsburg-Süd) seien auffällig und würden daher gerade untersucht und beplant, heißt es von der Behörde.
„ Während die Ein- und Ausfädelstreifen der Anschlussstelle Ludwigsburg-Süd im Zuge des Straßenbaus (für den letztjährig fertiggestellten Ersatzneubau der Unterführung Ludwigsburg-Süd) in diesem Sommer optimiert werden, sind wir bei der Anschlussstelle Kornwestheim-Mitte noch in den planerischen Anfängen“, teilt eine Sprecherin mit. Eine Umsetzung sei nicht einfach, da unmittelbar nach der Einfahrt eine Fuß- und Radwegbrücke die B 27 kreuzt und die Brückenpfeiler sehr nah an der Fahrbahn stehen.